Hannover

Mit Peilsendern gegen Bienendiebe

Hannover. So viele Bienen wie in diesem Jahr wurden noch nie gestohlen, sagen die Imker. Leer geräumte Bienenstände, zerstörte Honigwaben oder versiegelte Fluglöcher. Mit Peilsendern, Wildkameras und mehr Kontrollen wollen sie Diebe und mutwillige Zerstörer künftig in die Schranken weisen.

Bienendiebstahl gab es schon immer, sagt Klaus Ahrens vom Niedersächsischen Berufsimkerverband. „Dieses Jahr ist es aber ein echtes Problem geworden.“ Das bestätigen auch Hobbyimker wie Nico Martens aus dem Alten Land. „Wir haben im Landkreis Stade jedes Jahr 4 bis 8 Völker, die weg sind. In diesem Jahr sind es schon 44 Völker.“ Der Landesimkerverband Weser-Ems spricht von einem „extremen Jahr“. „Wir haben bis jetzt 12 Fälle mit insgesamt 67 Völkern“, sagt Vorsitzender Werner Clausing.

Wer hinter den Diebstählen steckt, ist unklar. In der Polizeiinspektion Stade heißt es etwa, die Tatorte lägen oft jenseits der Wohnbebauung, die Täter kämen nachts. „Es gibt meistens keine Spuren, es ist sehr schwierig“, sagt Pressesprecher Rainer Bohmbach.

Der Vorsitzende des Landesverbandes Hannoversche Imker, Jürgen Frühling, wünscht sich für besonders betroffene Regionen wie das Alte Land eine Sondereinheit. „Jetzt wird der Diebstahl nur aufgenommen und nach kurzer Zeit werden die Ermittlungen eingestellt.“ Die Bienenfreunde versuchen, den Tätern mit Hilfe von Technik auf die Schliche zu kommen. „Die Imker rüsten auf“, sagt Klaus Ahrens. „Zur Zeit werden Wildkameras angeschafft oder die Bienenkästen mit GPS-Sendern oder Handyortung versehen.“ Auch über die sozialen Netzwerke werden außergewöhnliche gestohlene Bienenkästen gesucht. In Brandenburg gibt es dank dieser Maßnahmen erste Erfolge. Doch noch seien Sender zu teuer, um sie flächendeckend einzusetzen, sagt Werner Clausing vom Landesverband Weser-Ems.

Den finanziellen Schaden pro Volk beziffert der Imkerbund auf 200 bis 300 Euro. Mit Honig liegt der Verlust bei 600 bis 800 Euro. „}Der ideelle Wert eines Bienenvolkes ist deutlich höher“, sagt Jürgen Frühling. Auf den meisten Kosten bleiben die Imker trotz Versicherung sitzen. „Man bekommt nur einen Bruchteil des Wertes. 80 Euro für das Bienenvolk, 50 Euro für die Beute“, sagt Clausing.