Berlin

Uni-Professor wettert gegen Genderforschung und Emanzipation

Berlin. Männer suchen Frauen, die arm, aber attraktiv sind und kochen können: Solche Sprüche kennt man aus Macho-Mündern. Jetzt ist auch ein Biologieprofessor davon überzeugt, dass die Forschung um Geschlechterunterschiede Quatsch sei. Der Kasseler Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera sagte in einem Interview mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg, die Geschlechterforschung sei eine gefährliche Pseudowissenschaft – denn die Gesellschaftsordnung von Mann und Frau sei ohnehin genetisch zementiert.

Mehr noch: Emanzipation und beruflicher Aufstieg der Frauen lasse die Intelligenten aussterben. Frauen, die Karriere machten, würden nämlich keine Männer wollen, die genauso viel oder gar weniger verdienen als sie selbst, begründet Kutschera. „Wenn die Positionen aber von Quotenfrauen belegt sind, gibt es keine Stellen mehr für hoch qualifizierte Männer“, kritisiert er. Deshalb hätten „studierte Menschen so eine beschämend geringe darwinistische Fitness“ – sie bekommen also zu wenig Kinder. Dumm auch für die Frauen: „Die Alphaweibchen sterben alle kinderlos aus“, resümierte er.

Das brachte dem Wissenschaftler, der auch Gastprofessor an der US-Eliteuniversität Stanford ist, nicht nur Ärger mit Feministinnen ein. Winfried Speitkamp, Dekan für Gesellschaftswissenschaft an der Universität, wurde deutlich: „Sein Stil ist indiskutabel und beleidigend.“ Kutschera lässt das unbeeindruckt. Er denke nicht einmal daran, seine Aussagen zurücknehmen.