Aktion

Flüchtlinge in Elmshorn sind nun mobil

 Flüchtlinge und Helfer des Repaircafé im Kranhaus Elmshorn reparieren gemeinsam Fahrräder

Flüchtlinge und Helfer des Repaircafé im Kranhaus Elmshorn reparieren gemeinsam Fahrräder

Foto: Anne Dewitz / HA

Bürger und Asylsuchende reparieren gemeinsam gespendete Fahrräder beim Repaircafé im Kranhaus

Elmshorn. Es war ein richtiges Gewusel am Kranhaus in Elmshorn. Dort wurden am Wochenende Fahrräder für Flüchtlinge repariert. Der Verein Willkommensteam für Flüchtlinge in Elmshorn hatte dazu aufgerufen, alte Räder an der Schlossstraße abzugeben. „Fast 60 Fahrräder wurden von den Bürgern gespendet“, sagt Antje Thiel, die für den Verein ehrenamtlich die Pressearbeit übernommen hat.

Diese wurden während des Repaircafés, welches der Freundeskreis Knechtsche Hallen regelmäßig im Kranhaus veranstaltet, repariert. Die Ersatzteile konnte das Willkommensteam dank einer Spende des Lionsclub anschaffen. „Und die Firma Fahrrad Burmeister in Elmshorn hat uns großzügigerweise einen Rabatt von 30 Prozent eingeräumt“, sagt Antje Thiel.

Die Helfer des Repaircafés und des Willkommensteams wurden unterstützt von Bürgern, die sich spontan am Kranhaus einfanden, um die Aktion zu unterstützen. Auch zahlreiche Flüchtlinge kamen, um Schläuche auszutauschen, Bremsen nachzuziehen oder Lampen anzubringen. Die Teilnehmer verständigten sich auf Deutsch und Englisch, teilweise auch mit Händen und Füßen. Laut Antje Thiel ein „richtig gelungenes Multi-Kulti-Event“.

Kostenlose Führung durchs Industriemuseum für Flüchtlinge

„Wer ein Fahrrad reparierte, durfte es dann auch gleich behalten“, sagt sie. So konnte das Willkommensteam fast alle Fahrräder vor Ort verteilen. „Einige wenige sind noch übrig, die wir dann in den kommenden Tagen an die Flüchtlinge verteilen werden.“

Am Sonnabend besuchten zudem acht Mitglieder des Elmshorner Willkommensteams für Flüchtlinge zusammen mit ihren „Schützlingen“ das Elmshorner Industriemuseum. Peter Russ, Mitarbeiter des Industriemuseums, gab der Gruppe eine kostenlose zweisprachige Führung auf Deutsch und Englisch. So hatten die Flüchtlinge die Möglichkeit, die Geschichte ihrer neuen Heimatstadt ein bisschen besser kennenzulernen. „Zunächst sollten sich alle vor dem Gang durch die alte Margarinefabrik einstempeln“, sagt Antje Thiel. „Die Kinder durften dann auch an der Dampfmaschine das Rad des Generators bewegen.“ Am meisten hätten die sich aber beim Besuch des alten Schulzimmers amüsiert, wo Russ einen Lehrer aus Bismarcks Zeiten mimte. Der bunte Nachmittag endete mit einem Kaffeeklatsch, zu dem jeder selbst ein paar Leckereien mitbrachte. Weitere Infos auch unter www.willkommensteam-elmshorn.de.