Extra

Ein Posaunist bleibt nicht lange allein

Nils Landgren und Christian Lindberg feiern ein Fest des musikalischen Humors

Fredrik Högberg hat schon einmal ein Konzert für den Posaunisten Christian Lindberg geschrieben. 2001 nannte er das Werk „The Return of Kit Bones“. Jetzt hat der schwedische Komponist einen draufgelegt und ein „Konzert für zwei Posaunen“ verfasst. Wieder gehört Christian Lindberg zu den Solisten, der andere ist Nils Landgren.

Letzterer ist ein Star der nordeuropäischen Jazz-Szene und ein gern gesehener Gast beim SHMF sowie bei JazzBaltica. Högberg hatte diese beiden Könner im Blick, als er sein Werk kon­zipierte. Beide Solisten agieren zugleich auch als Dirigenten, sie sprechen und singen, tanzen Tarantella oder spielen ein Duett, bei dem sie jeweils den Zug der anderen Posaune ziehen, kurz: „Wir werden eine Menge verrückter Sachen tun“, wie Landgren sagt.

Dass der „Mann mit der roten Posaune“ bei diesem verrückten Stück dabei ist, überrascht nicht, denn er hat eine Menge Humor. Viele seiner Alben wie „Christmas With My Friends“ oder seine Funky-Jazzplatten haben eine ­unbeschwerte Leichtigkeit. Mit seinem Witz und Charme ist Landgren ein Publikumsliebling zahlreicher Festivals.

Das „Konzert für zwei Posaunen“ spielen die beiden schwedischen Virtuosen zusammen mit dem Schleswig-Holstein Festival Orchester in der Laeisz­halle als deutsche Erstaufführung. Nachdem Landgren mit seinen diversen Combos hier vor allem mit Jazz und Funk geglänzt hat, können seine Fans ihn dieses Mal als Interpreten in einem klassischen Kontext erleben. „Funky Classic“ lautet das Etikett dieses Abends. Doch bierernst wird es nicht werden, wenn man „Mr. Red Horn“ glauben darf. Landgren bringt Högbergs Komposition mit einem Wort auf den Punkt: „Crazy.“

Christian Lindberg, Nils Landgren, Schleswig-Holstein Festival Orchester Fr 24.7., 20.00, Hamburg, Laeiszhalle. Karten zu 10,- bis 49,- unter T. 0431/23 70 70

© Hamburger Abendblatt 2018 – Alle Rechte vorbehalten.