Na chbarschaft

Eine Villa Kunterbunt in Jenfeld

Malhaus der Freien Kulturinitiative Jenfeld

Malhaus der Freien Kulturinitiative Jenfeld

Foto: Freie Kulturinitiative Jenfeld

Das Malhaus der Freien Kulturinitiative bietet Kindern und Erwachsenen Theatermitarbeit und Feste und viele andere kreative Ideen

Es wirkt wie eine Villa Kunterbunt vor den Hochhausfassaden im Stadtteil Jenfeld. Mitten in einer Wohnsiedlung liegt das flache gelbe Haus, in dem Jung und Alt kreativ werden können: das Malhaus der Freien Kulturinitiative Jenfeld e. V. Hier werden Kurse vom Zeichnen bis zum Theaterspielen angeboten. An zwei weiteren Standorten der Kulturinitiative, die zur gemeinnützigen Quadriga gGmbH gehört, kann auch getöpfert und geschneidert werden. Es gibt Ausstellungen, Ausflüge und Nachbarschaftsfeste. Mit ihren Kulturangeboten sorgt die Initiative für eine lebendige Nachbarschaft und fördert die Entwicklung der Kinder.

Etwa mit dem Kindertheater Jenkitos. „Wir machen seit rund neun Jahren Theaterprojekte für Kinder ab der zweiten bis zur siebten Klasse“, sagt Helga Könings-Schinner, Leiterin des Kulturbereichs der Quadriga gGmbH. Die Kinder rund um das Malhaus stammen aus Russland, dem Iran, Syrien, Afghanistan oder aus einer anderen Nation. Oft haben ihre Familien, die in den angrenzenden Häusern der Saga GWG wohnen, wenig Geld und Zugang zu kulturellen Einrichtungen. „Viele Kinder kommen aus ihrem Stadtteil nicht heraus“, sagt die Sozialpädagogin Könings-Schinner.

In den Jenkitos-Theaterprojekten, die von Pädagogen angeleitet werden, können sich die Kinder entfalten. „Wir arbeiten viel mit den angrenzenden Schulen zusammen und greifen für die Stücke Themen aus ihrer Lebenswelt auf. So können sich die Kinder mit einbringen“, sagt Könings-Schinner. Es gab bereits mehrere Theaterprojekte zum Thema Religion. Planung, Vorbereitung und vor allem die Aufführung bringe den Kindern viel Selbstbewusstsein. „Mit der Theaterarbeit sprechen wir verschiedene Kompetenzen an, man kann sich mit einer anderen Rolle auseinandersetzen oder es muss etwas gebastelt werden.“ Auch die sprachliche Ausdrucksfähigkeit wird bei vielen Kindern gefördert. „Die Kinder machen einen richtigen Entwicklungsschub“, so Könings-Schinner.

Finanziert werden die Projekte großteils über Spendengelder, etwa von der Stiftung Maritim oder der Stiftung der Saga GWG. Kinder zahlen für die Kurse nur einen geringen Beitrag. Für ihre verschiedenen Aktionen – wie Requisiten transportieren oder Kinder zu Aufführungsorten fahren – nutzen die Mitarbeiter einen alten VW-Bus. Doch der ist langsam altersschwach. „Deswegen sind wir dringend auf der Suche nach einem gut erhaltenen gebrauchten VW-Bus“, sagt Helga Könings-Schinner und hofft, dass die Abendblattleser einen Tipp haben.

Kontakt wegen des Autos: Helga Könings-
Schinner, Malhaus, Kelloggstr. 38, Tel.: 654 50 04.
Weitere Infos unter: www.quadriga-hamburg.de oder www.malhaus-jenfeld.de

© Hamburger Abendblatt 2019 – Alle Rechte vorbehalten.