Anwohner in St. Georg wollen privaten Sicherheitsdienst

Steindamm und Hansaplatz drohen zu verkommen. Quartiersmanager: „Es ist alles wieder wie früher"

Prostituierte stehen in den schmuddeligen Eingängen der Stundenhotels, auf dem Bürgersteig sitzen Bettler und Betrunkene und schnorren Passanten um Geld an. Auf dem Gehsteig liegt Müll. Dieses Bild bietet sich täglich am Steindamm schon mittags um 12 Uhr. Ähnlich sieht es ein paar Meter weiter am Hansaplatz aus, der für viel Geld neu gestaltet wurde.

Jetzt schlagen Anwohner und Politiker in St. Georg Alarm. „Der Steindamm und der Hansaplatz drohen wieder zur Schmuddelecke zu verkommen“, sagt Quartiersmanager Wolfgang Schüler. Dabei hatte es in den vergangenen Jahren so ausgesehen, als seien die sozialen Brennpunkte in dem beliebten Stadtteil auf einem guten Weg. Doch inzwischen sei alles wieder wie früher, klagt Schüler, der auch im Auftrag der Interessengemeinschaft Steindamm arbeitet und die Interessen von rund 50 Gewerbetreibenden und Immobilieneigentümern vertritt.

Hausbesitzer und Ladeninhaber wollen dieser Entwicklung jetzt nicht mehr tatenlos zusehen. „Wir denken ernsthaft darüber nach, einen privaten Sicherheitsdienst für den Steindamm zu engagieren. Zurzeit werden die Kosten geprüft“, sagt Schüler. Die Angestellten von Security-Unternehmen hätten zwar nicht die gleichen Rechte wie die Polizei, würden aber allein durch ihre Präsenz für eine Verbesserung der Situation sorgen. Die Polizei habe in St. Georg sehr vielfältige Aufgaben, aber zu wenig Personal, um sich um alles zu kümmern.

Der Leiter des Bezirksamts Mitte, Andy Grote (SPD), sieht die Pläne der Anwohner skeptisch: „Ein privater Sicherheitsdienst hat im öffentlichen Raum praktisch keine Rechte.“