Eine ganz neue Nummer

Twenty Six heißt jetzt das Restaurant am Mittelweg 26 mit modern-traditioneller Küche

Es bedarf schon ein wenig des Glücks, guten Timings und wohlwollender Hartnäckigkeit will man die feinen Speisen im Twenty Six am Mittelweg genießen. Dort, wo zuvor das BEN seine Gäste bewirtete, lädt inzwischen seit Mitte Mai das Twenty Six in heller, freundlicher Atmosphäre zu feinen Speisen – modern, kreativ, frisch, auch traditionell soll sie sein, die Küche von Frank Evers und Geschäftsführerin Sabine Liegner.

Mütter mit Kleinkindern, Touristen und Geschäftsleute sitzen an den Tischen. Auf der Mittagskarte locken Köstlichkeiten wie Spargel-Kartoffel-Salat mit Matjes, ein Rindersteak oder eine Tomaten-Fenchel-Suppe. Doch als wir nach einiger Wartezeit bestellen wollen, gibt's von der Mittagkarte nur noch die Suppe (3,50 Euro).

Gut, die nehmen wir, außerdem einen bunten Salat mit Beeren und Mandeln (7,50 Euro) sowie Linguine Scampi (12,50 Euro) von der „Kleinen Karte“. Auf die Frage, was es an offenen Weißweinen gibt, zählt uns die freundliche Bedienung Chardonnay, Gavi und Pinot Grigio auf. Wir nehmen den Chardonnay. Der geht aufs Haus, weil es mit dem Essen ein wenig länger dauern kann. Das ist nett. Wir essen derweil von dem köstlichen Brot mit Olivenöl und Salz und tropfen davon ein wenig auf Tischtuch und Hose. Tellerchen gibt es auf Nachfrage.

Das Essen kommt schneller als gedacht, und die Tomatensuppe mit einem Hauch von Fenchel ist wirklich ein Gedicht, der Salat mit frischen Beeren solide, ebenso die Pasta. Auf das Dessert verzichten wir und entscheiden uns für einen nochmaligen Besuch. Der fällt auf einen Montag – dummerweise. Denn da gibt es nur die „Kleine Karte“, die wir ja schon von unserem ersten Besuch kennen – mit Ausnahme des Fischeintopfes mit Scampi und Oliven (12,50 Euro) und der Saisonalen Gemüsevariationen (12,50 Euro).

Letzteres ist raffiniert zubereitet, die Cocktailtomaten schmecken herrlich fruchtig und süß, der Spargel ist fein, und die Rote Bete sind eine interessante Abwechslung. Auch der Fischtopf überzeugt mit raffinierten Geschmacksnoten. Wieder entscheiden wir uns für den Chardonnay, erst der Blick an den Nachbartisch sagt uns, dass es auch einen offenen Riesling gibt. Der schmeckt nach mehr, hat aber seinen Preis (8 Euro pro Glas). Ob er aus Rheinhessen, dem Rheingau der Pfalz kommt? Nebensache, eine Weinkarte bekommen wir nicht. Zum Espresso nehmen wir dann noch ein Dessert. Was stand doch gleich auf der Karte? „Panna Cotta… glaube ich“, sagt die freundliche Kellnerin. Serviert wird dann Creme Catalan geschäumt mit Aprikosen und Zimtblüten (5,50 Euro), die auf der Zunge zergeht.

Beim nächsten Mal, so nehmen wir uns vor, bestellen wir hausgemachte Haselnuss-Gnocchi gebraten, mit jungem Blattspinat und Parmesan (13,50 Euro), ganze Dorade aus dem Ofen, mit Fenchel, Tomate & Meersalz-Kartoffeln (21,50 Euro) oder Kalbsleber gebraten, mit Himbeeren & Kartoffelpüree (19,50 Euro) von der – wöchentlich wechselnden – Abendkarte. Einen dritten Versuch ist es allemal wert, denn die ersten beiden haben definitiv Lust auf mehr gemacht.

Twenty SixMo–Fr 11-24 Uhr, Sa 16-24 Uhr, Küche jeweils bis 22 Uhr, Mittelweg 26 (Bus 109), T. 55 89 37 73, www.twentysix-restaurant.de