Das Drama des stotternden Königs

Erfolgreiches Stück "The King's Speech" wird im April am St. Pauli Theater wiederaufgeführt

Clotted Cream und Scones am Nachmittag, im Hintergrund perlt ein Klavier - britischer geht's nicht. Tea Time mit Michael Bogdanov, dem Regisseur, und den Schauspielern Marcus Bluhm und Boris Aljinovic, die uns vom 6. bis 10. April und vom 23. bis 25. April im St. Pauli Theater ein Drama aus dem englischen Königshaus und den Beginn einer wunderbaren Freundschaft präsentieren werden, "The King's Speech" heißt das Stück.

Mit dem Film über den stotternden König George VI. ist nicht nur der Drehbuchautor David Seidler, der dafür einen Oscar erhielt, berühmt geworden. Auch der König, Vater der Königin Elizabeth II., ist erst durch den Film und seine berührende Geschichte vom schüchternen Mann, der der Welt da draußen scheinbar nicht gewachsen ist, der aber seine Behinderung angesichts der Bedrohung durch Hitler und mithilfe eines genialen Sprachlehrers überwindet, den heutigen Zeitgenossen wirklich bekannt geworden.

Nun folgt im April die deutsche Wiederaufführung des Bühnenstücks von "The King's Speech" in Hamburg, es wurde bereits erfolgreich am St. Pauli Theater gespielt. Regie führt der Brite Michael Bogdanov, ein Waliser, der die britische Kultur "im Blut hat" und Feinheiten der britischen Oberschicht genau kennt und erklären kann. "Bei uns ist schon die Sprache so wichtig, weil man am Akzent ablesen kann, zu welcher Schicht jemand gehört", sagt der Regisseur, der von 1989 bis 1992 das Deutsche Schauspielhaus leitete. Damals entdeckte er Marcus Bluhm, besetzte ihn 1991 als Romeo.

Jetzt spielt Bluhm den stotternden König. "Abends habe ich einen total verspannten Nacken- und Halsbereich", sagt er. "Es ist anstrengend, die Worte lange im Körper zurückzuhalten. Jemand, der ständig denkt, gleich müsse er stottern, der wird eng im Hals, verkrampft sich." Bluhm legt das Stottern so an, dass er eine lange Pause vor den Wörtern macht. Boris Aljinovic erzählt, wie kompliziert es ist, für den australischen Akzent, den seine Rolle im Englischen ja hat, eine deutsche Entsprechung zu finden. "Berlinern oder schwäbeln würde nicht passen. Ich gebe dem Therapeuten etwas ganz leicht Fremdes. Er ist ja Sprachlehrer und spricht fehlerlos."

Karten für "The King's Speech", St. Pauli

Theater, vom 6. bis 1. April und vom 23. bis

25. April, gibt es in allen Hamburger Abendblatt-Ticketshops und über die Hamburger Abendblatt-Ticket-Hotline, Tel. 040 / 30 30 98 98,

zu Preisen von 16,90 bis 49,90 Euro.