Kaffee ist weltweit ein wichtiges Handelsgut

Kaffee ist eine wichtiges Handelsgut. Auf einer Gesamtfläche von annähernd zehn Millionen Hektar werden heute weltweit jährlich rund 129 Millionen Säcke á 60 Kilogramm Rohkaffee produziert. Fast 99 Prozent der Gesamtproduktion entfallen dabei auf die beiden Hauptarten Arabica und Robusta. Brasilien ist seit Jahren vor Vietnam und Kolumbien größter und wichtigster Lieferant des Weltmarktes.

Kaffee ist eine sehr sensible Pflanze, die nur in bestimmten Gegenden wächst. Das maximale Produktionsvolumen erreichen Kaffeepflanzen nach sechs bis acht Jahren, bringen aber schon nach etwa drei bis vier Jahren erste Erträge. Nach etwa 20 Jahren gehen die Erträge langsam zurück.

Nach der Befruchtung der Blüte dauert es bei der Arabica-Pflanze sechs bis acht Monate, bis die Kirschen reifen. Bei der Robusta-Pflanze sind es neun bis elf Monate bis zur Kirschenreife. Ein Kaffeebaum liefert ein bis zwei Pfund Rohkaffee pro Jahr. Eine Erntezeit erstreckt sich in der Regel über zehn bis zwölf Wochen, da nicht alle Früchte zeitgleich reif werden.

Kaffee ist ein wichtiges Handelsgut. Über 25 Millionen Menschen sind weltweit mit Anbau, Verarbeitung und Handel von Kaffee beschäftigt. Tendenziell nimmt die weltweite Nachfrage nach Kaffee seit Jahren kontinuierlich zu. Im Jahr 2009 blieb die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr stabil. Die wichtigsten Anbauländer, die Kaffee exportieren, liegen in Süd- und Mittelamerika gefolgt von asiatischen und afrikanischen Produzentenländern. Weltweit mit Abstand größter Rohkaffee-Exporteur ist seit Jahren Brasilien mit rund 28 Millionen Sack. An zweiter und dritter Stelle folgen Vietnam und Kolumbien mit rund 17 Millionen beziehungsweise acht Millionen Sack Kaffee.

Von der gesamten Weltproduktion werden rund 90 Millionen Sack Kaffee exportiert. Der Rest wird im Ursprungsland gelagert oder von der Bevölkerung selbst konsumiert. Nach Sorten betrachtet wird fast doppelt so viel Arabica exportiert wie Robusta.

Deutschland ist ein wichtiger Handels- und Umschlagsplatz für Kaffee. Vielfach wird der über Deutschland eingeführte Rohkaffee nach Weiterverarbeitungs- und Veredelungsstufen wieder in andere Länder ausgeführt. Die Empfängerländer des zunächst über Deutschland eingeführten und re-exportierten unbehandelten Rohkaffees sind insbesondere die europäischen Nachbarländer. (bos)