Denkmal verfällt

Traditionslokal Randel – reicht das Geld für die Sanierung?

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Axel Ritscher
Das Transparent am Zaun der Anlage der Tennisgesellschaft Alstertal macht auf den traurigen Zustand des seit acht Jahren leerstehenden Poppenbütteler Traditionsrestaurants Randel aufmerksam.

Das Transparent am Zaun der Anlage der Tennisgesellschaft Alstertal macht auf den traurigen Zustand des seit acht Jahren leerstehenden Poppenbütteler Traditionsrestaurants Randel aufmerksam.

Foto: Axel Ritscher

Die Restaurierung des Alstertaler Nobel-Restaurants Randel ist schon neun Monate überfällig. Stirbt der Tennisclub umsonst?

Hamburg. „Denkmäler verfallen, die Tega lebt.“ Das Transparent am Zaun der Anlage der Tennisgesellschaft Alstertal zeigt sozusagen tennisspielerisch mit dem nackten Finger auf den traurigen Zustand des seit acht Jahren leerstehenden Poppenbütteler Traditionsrestaurants Randel nebenan. Gebäude und Park von 1901 sind denkmalgeschützt und warten auf die Sanierung, für die die Politik den Tennisverein geopfert hat.

Ende 2022 ist Schluss auf der Sportanlage, sagt Sportwart Kay Rissom. Randel hat der Tega gekündigt, um Teile des Grundstücks verwerten und damit die Sanierung des Denkmals finanzieren zu können. Der Hamburger Immobiliengigant Otto Wulff kauft, saniert und baut, die Politik und das Bezirksamt in Wandsbek wollen beiden das nötige Baurecht dafür geben. Doch das lässt auf sich warten.

Traditionslokal Randel: Haus und Parkdenkmal verfällt

Wulff hatte grünes Licht für die 40 Wohnungen auf dem Tennisgelände, die Denkmalsanierung und die neun Wohnungen direkt hinter dem Denkmal zunächst für 2019 erwartet, zuletzt zum Jahreswechsel 2021/2022. Schon 2015 hatten SPD und Grüne die Rettung des Traditionslokals und Alstertaler Wahrzeichens verkündet und das Grundstücksgeschäft gefeiert. Doch der Bebauungsplan, ohne den das Grundstücksgeschäft nicht abgewickelt werden kann, wird nicht fertig.

Jetzt rechnen Wulff und Randel im Herbst 2022 mit ihm. Währenddessen verfällt das Haus, das Park-Denkmal ist dem freien Spiel der Naturkräfte schutzlos ausgesetzt und die Baupreise galoppieren. Zehn Prozent Preissteigerung pro Jahr seit Corona, rechnet die Branche.

Eigentumswohnungen auf Tega-Gelände geplant

Wulff wird Eigentumswohnungen auf dem Tega-Gelände bauen, nach gerade frische erneuerten Planungen 47 statt zunächst 40. Randel dagegen baut Mietwohnungen und darf jetzt zehn statt neun Wohnungen neben das historische Stammhaus setzen, wenn der überarbeitete Bebauungsplanentwurf durchläuft. Wulff könnte also einfach teurer verkaufen, um die Preissteigerungen aufzufangen. Randel kann das nicht. Denn der Kuhhandel mit der Politik verpflichtet ihn, die Mieteinnahmen aus dem Wohnungsbau langfristig für den Unterhalt von Stammhaus und Parkanlage zu verwenden.

„Aus kaufmännischer Sicht bringt es bald keinen Spaß mehr“, sagt Randel, der neben dem Haus seiner Väter das Restaurant „del“ mit kreativer Küche betreibt. Die Sanierung sei aber nicht gefährdet. Er werde zahlen, was nötig sei, um seine Zusagen einzuhalten. Ins Stammhaus soll wieder Gastronomie bzw. ein Café einziehen, der Park öffentlich zugänglich sein. Auch bei Wulff sieht man die Verzögerung gelassen. Die Verteuerung werde das Projekt nicht aufhalten. Entwarnung gaben selbst die Denkmalschützer. Die Substanz sei nicht gefährdet.

Einer der Gründe für die Verzögerung sind die amtlichen Pläne zur Neugestaltung der Friedrich-Kirsten-Straße vor dem Tennisgelände und der Poppenbüttler Landstraße neben dem „del“. Beide sollen zugunsten der Fußgänger und Radler breiter werden, wofür das Randel-Grundstück zwei Streifen abgeben und der Bebauungsplan entsprechend ergänzt werden muss. Die Pläne der Straßenbauer müssen also so spruchreif sein, dass sie eingezeichnet werden können.

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