Wandsbek

150 neue Wohnungen an der Magistrale Bramfelder Chaussee

| Lesedauer: 3 Minuten
Axel Ritscher
Das Magistralenkonzept des Senats will an den großen Einfallstraßen der Stadt Formen von Wohnungsbau realisieren, die zur Breite der Straßen passen und deren Größe Urbanität vermittelt - wie hier an der Einfallstraße Bramfelder Chaussee an der Ecke Bramfelder Drift. Für die neuesten Pläne auf der citynahen Dreiecksfläche zwischen Chaussee, Fabricius- und Unnenstraße gibt es noch keine Visualisierung.

Das Magistralenkonzept des Senats will an den großen Einfallstraßen der Stadt Formen von Wohnungsbau realisieren, die zur Breite der Straßen passen und deren Größe Urbanität vermittelt - wie hier an der Einfallstraße Bramfelder Chaussee an der Ecke Bramfelder Drift. Für die neuesten Pläne auf der citynahen Dreiecksfläche zwischen Chaussee, Fabricius- und Unnenstraße gibt es noch keine Visualisierung.

Foto: AMF Architekten Martin Förster & Evers & Partner | Stadtplaner PartGmbB & D&K drost consult GmbH

Drei Grundeigentümer schieben neues Projekt an. Es soll auch Nachbarn zu Abriss und Neubau anregen: Sie bekommen besseres Baurecht.

Hamburg. An der Bramfelder Chaussee startet ein neues Wohnungsbauprojekt. Drei verschiedene Grundeigentümer wollen auf der citynahen Dreiecksfläche von 3,15 Hektar zwischen Chaussee, Fabricius- und Unnenstraße innerhalb der nächsten fünf Jahre gut 150 zusätzliche Wohnungen bauen. Die Besonderheit: Etwa ein Drittel des Grundstücks wird neu beplant, obwohl die Eigentümer (noch) gar nicht bauen wollen. Gestern leitete der Bezirk Wandsbek das Bebauungsplanverfahren ein, das Baurecht schafft.

Es handelt sich um einen sogenannten Angebotsplan, den die Eigentümer perspektivisch nutzen können, aber nicht müssen. Das soll einen gewissen Aufwertungsdruck schaffen. Eine intensivere Nutzung der Grundstücke verbessert die Ertragslage und legt damit dem Eigentümer nahe, das Grundstück zu entwickeln oder zu verkaufen.

Neue Wohnungen: Bebauungsplan stammt von 1962

Nach Jahren intensiven Wohnungsbaus in der Stadt sind die einfach zu bebauenden Grundstücke rar geworden, so dass sich die Stadtplanung neue Wege suchen muss, wenn sie den Wohnungsbau weiter fördern will. Der geltende Bebauungsplan an der Fabriciusstraße stammt von 1962, die Flächen sind mit zweigeschossigen Zeilenbauten und sogar Einzelhäusern aus der Nachkriegszeit angesichts der Innenstadtnähe deutlich untergenutzt.

Die Planer von LRW Architekten wollen straßenparallel Blöcke mit fünf bis sechs Geschossen verwirklichen, die sich zur Fabriciusstraße auf drei Geschosse abstufen. Durchgänge und Freiräume an und um die großen Bäume herum sollen das Quartier strukturieren und einen vergleichsweise ruhigen Innenhof schaffen. Die Fabriciusstraße ist nach Moosrosenweg und Bramfelder Drift bereits das dritte sogenannte Magistralenprojekt an der Bramfelder Chaussee.

Magistralenkonzept: Wohnungsbau an großen Einfallstraßen

Das Magistralenkonzept des Senats will an den großen Einfallstraßen der Stadt Formen von Wohnungsbau realisieren, die zur Breite der Straßen passen und deren Größe Urbanität vermittelt. Die innerstädtische Nachverdichtung soll überdies den Flächenverbrauch reduzieren und durch die Ansiedlungspolitik Kaufkraft in der Stadt halten.

Bauwillig an der Bramfelder Chaussee Ecke Fabriciusstraße sind der Wohnungsverein Hamburg von 1902, die HSG Hanseatische Siedlungs-Gesellschaft mbH, das Werkswohnungsunternehmen der Hamburger Hochbahn AG, und das Familienunternehmen R4 Grundvermögensgesellschaft mbH. Das restliche Drittel der Grundstücke auf der Fläche gehört diversen Eigentümern, die an den Vorplanungen nicht mitwirkten.

Rot-Grün hat Wunschliste für Bauherren beschlossen

Die R4 baut freifinanziert, der Wohnungsverein ausschließlich Sozialwohnungen, die Hochbahn-Tochter im zweiten Förderweg, weil die Einkommen bei der Hochbahn für den ersten Förderweg zu hoch sind, wie das Unternehmen erklärte.

Rot-Grün beschloss im Planungsausschuss neben der Einleitung des Bebauungsplanverfahrens eine 21 Punkte umfassende Liste von Wünschen, die die Bauherren realisieren sollen. Mit dabei sind Gründächer mit Solar- und Fotovoltaikanlagen, die Bitte um den ambitionierteren Kfw-40- statt des üblichen Kfw-55-Standards, Klinkerfassaden, Ladevorrichtungen für E-Autos und E-Bikes, die Pflanzung ausschließlich heimischer Gehölze, Barrierefreiheit und die Gestaltung der Hofflächen als „Begegnungsräume“ mit Sitzen und Tischen.

Die CDU mahnte ein Mitwachsen der sozialen Infrastruktur an. Angesichts des enormen Zuzugs am Moosrosenweg und Dieselstraße fehle es absehbar an Kitas und Sportplätzen. Die SPD lobte die Initiative der Eigentümer, die sich „zusammengeschlossen und etwas angestoßen“ hätten. Der städtische Platz müsse besser genutzt werden, auch wenn Angebotspläne ein oft schwieriger Weg seien.

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