Lemsahl-Mellingstedt

Illegale Rodung: Viel mehr Wald verschwunden als angenommen

| Lesedauer: 2 Minuten
Axel Ritscher
In Lemsahl-Mellingstedt ist – wie man jetzt weiß – ein 15.000 Quadratmeter umfassender Fichtenwald gerodet worden. Eine Fällgenehmigung hat es nicht gegeben.

In Lemsahl-Mellingstedt ist – wie man jetzt weiß – ein 15.000 Quadratmeter umfassender Fichtenwald gerodet worden. Eine Fällgenehmigung hat es nicht gegeben.

Ermittlungen gegen privaten Waldbesitzer. Ihm drohen bis zu 25.000 Euro Strafe. Stadt dementiert Wohnungsbaupläne.

Hamburg. Die illegale Rodung im Wald an der Lemsahler Landstraße ist deutlich umfänglicher als zunächst angegeben. Unmittelbar nach der Entdeckung des Umweltfrevels zwischen den Einmündungen Fiersbarg und Bökenbarg hatte es geheißen, es seien 6000 Quadratmeter Nadelwald ohne Genehmigung geschlagen worden. Jetzt stellte sich heraus: Es waren 15.000 Quadratmeter. Das ergab die Antwort auf eine Kleine Anfrage des CDU-Fraktionschefs in der Bürgerschaft, Dennis Thering.

Der Eigentümer hatte demnach im Februar mit der Umweltbehörde Kontakt aufgenommen, um für eines der drei betroffenen Flurstücke eine Fällgenehmigung zu bekommen. 20-25 Prozent seiner Bäume seien vom Borkenkäfer befallen. Die Behörde sagte nein, wies aber darauf hin, dass nach Landeswaldgesetz zwar ein Kahlhieb genehmigungspflichtig sei, nicht aber eine „Durchforstung“, bei der nur kleine Teile des Waldes entnommen werden. Laut Senat erklärte der Eigentümer der Behörde in einem Telefonat, dann nur maßvoll auslichten zu wollen.

Stadt hat Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet

Für die beiden anderen Flurstücke wurden keine Genehmigungen beantragt. Ende Juni wurde dann auf allen drei Flächen gerodet.

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Die Stadt hat ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und erwartet die Stellungnahme des Eigentümers bis Ende Juli. Bisher habe er sich nicht erklärt, hieß es in der Senatsantwort. Für einen ungenehmigten Kahlschlag droht eine Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro. Außerdem wird der Eigentümer verpflichtet, die gerodeten Flächen wieder aufzuforsten.

Kahlgeschlagene Fläche bleibt Wald

„Eine kahlgeschlagene Fläche bleibt Wald im Sinne des Landeswaldgesetzes“, schreibt der Senat und baut damit Spekulationen vor, die im Landschaftsschutzgebiet liegenden Grundstücke kurz vor dem Ortszentrum Duvenstedts könnten dem Wohnungsbau zugeführt werden. Der SPD-Fraktionschef im für die Bauleitplanung zuständigen Bezirk Wandsbek, Marc Buttler, erklärte ebenfalls, dass es keine Bestrebungen gebe, an der fraglichen Stelle Baurecht zu schaffen.

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