Hamburg

Alstertal und die Walddörfer – ein Eldorado für Einbrecher

Viele Einbrecher versuchen es von der Gartenseite her, weil sie sich da unbeobachtet wähnen (Symbolbild).

Viele Einbrecher versuchen es von der Gartenseite her, weil sie sich da unbeobachtet wähnen (Symbolbild).

Foto: dpa Picture-Alliance / McPHOTO / picture alliance / blickwinkel/M

Während in ganz Hamburg die Zahl der Einbrüche 2018 um 20 Prozent zurückging, stieg sie im Hamburger Norddosten kräftig an.

Hamburg.  Das noble Alstertal und die grünen Walddörfer im Hamburger Nordosten haben ein Kriminalitätsproblem. Während die Zahl der Wohnungseinbrüche im gesamten Hamburger Stadtgebiet 2018 insgesamt gesunken ist, ist im Alstertal und den Walddörfern ein komplett gegenläufiger Trend zu beobachten.

Zehn Prozent mehr Einbrüche im Alstertat und in den Walddörfern

Minus 20 Prozent weist die Kriminalitätsstatistik für die Gesamtstadt aus, im Alstertal und den Walddörfern hingegen stieg die Zahl der Einbruchsdelikte im gleichen Zeitraum um rund zehn Prozent an. Das ergab die Antwort des Hamburger Senats auf eine Kleine Anfrage des Alstertaler CDU-Abgeordneten Dennis Thering.

„Der Senat sollte dringend etwas unternehmen statt sich in den rückläufigen Zahlen der Gesamtstatistik zu sonnen“ sagte Thering. „Vor allem auch wegen der dramatisch niedrigen Aufklärungsquote, die 2018 nochmals gesunken ist.“ Während 2017 im Alstertal und den Walddörfern noch rund 8,5 Prozent der Einbrüche aufgeklärt werden konnten, ging die Zahl 2018 auf im Schnitt rund 5 Prozent zurück.

Null Prozent Aufklärungsquote in Duvenstedt, Bergstedt und Lemsahl-Mellingstedt

Dabei ist die Ausbeute in den einzelnen Stadtteilen höchst unterschiedlich. Während in Wellingsbüttel 7 von 52 Einbrüchen aufgeklärt werden konnten und damit die „Rekordquote“ von 13,5 Prozent erreicht wurde, konnten in Sasel im gleichen Zeitraum von 93 Einbrüchen nur fünf Fälle gelöst werden (5,7 Prozent). In Poppenbüttel wurde von 54 Einbrüchen nur ein einziger aufgeklärt (1,9 Prozent). In Hummelsbüttel harren 53 Einbrüche einer Lösung, einer wurde aufgeklärt.

Nennenswerte Aufklärungsquoten in den Walddörfern schafften die Ermittler nur in Wohldorf-Ohlstedt (zwei von 23 Einbrüchen = 8,7 Prozent) und Volksdorf (10 von 90 Einbrüchen = 11,1 Prozent). In Bergstedt, Duvenstedt und Lemsahl-Mellingstedt wurde kein einziger der insgesamt 143 Einbrüche in den drei Stadtteilen aufgeklärt.

„Der rot-grüne Senat muss die Polizei personell so ausstatten, dass die Stadtteile am Stadtrand nicht vergessen werden“, sagte Thering. „Selbst mit Blaulicht braucht ein Streifenwagen von der Wache in Poppenbüttel mehr als zehn Minuten bis nach Wohldorf-Ohlstedt. Insgesamt sind deutlich zu wenig Polizisten auf der Straße.“