Rahlstedt

Linke demonstrieren gegen neues Flüchtlingszentrum

In der neuen Einrichtung in Rahlstedt werden Flüchtlinge registriert. Demonstranten kritisieren menschenunwürdige Situation.

Hamburg. Etwa 160 Demonstranten von offensichtlich linken Gruppen haben heute Mittag gegen das neue Ankunftszentrum am Bargkoppelweg in Rahlstedt demonstriert. Die Einrichtung in einer früheren Gewerbehalle ist eine von 20 solcher Zentren, die derzeit überall im Bundesgebiet entstehen.

Dort sollen ins Land kommende Flüchtlinge registriert und alle nötigen Verfahrensschritte unter einem Dach bearbeitet werden. Etwa 1000 Flüchtlinge am Tag könnten registriert werden. Maximal 48 Stunden sollen Flüchtlinge dort bleiben.

Demonstranten kritisieren selektiven Ausschluss

Die Demonstranten, die sich selbst als "antirassische Gruppen" bezeichnen, sehen darin ein "beschleunigtes selektive Ausschließen von geflüchteten Menschen."

Eigentliches Ziel sei die Möglichkeit, Flüchtlinge möglichst "unbemerkt und unsichtbar" abschieben zu können, hieß es in einer Mitteilung der Veranstalter. Hamburg brauche aber Orte für Geflüchtete mit Zugang zu Information, rechtlicher Beratung und sozialer Unterstützung, aber "keine abgelegene Gewerbehalle zu schnellst möglichen Abwicklung der Verfahrensschritte". Gefordert sei vielmehr ein "Bleiberecht für alle".

Aufgerufen zu dem Demonstrationszug vom Bahnhof bis zum Ankunftszentrum hatten unter anderem der Flüchtlingsrat Hamburg, die Recht-auf-Stadt-Bewegung, Attac-Hamburg und andere. Zu Zwischenfällen kam es Beobachtern zufolge bis zum Nachmittag nicht.