Altrahlstedt

Nach Bränden an Stadtteilschule bleibt ein großes Chaos

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Juliane Kmieciak

Ermittler vermuten Brandstifter nicht im Umfeld der Schule. Durch Feuer wurde hochwertiges Material zerstört. Nicht der erste Fall.

Rahlstedt.  Die Wände sind schwarz vor Ruß, Schränke, Tische, Stühle und diverse Musikinstrumente sind schwer beschädigt. Überall liegt Schutt herum. Mehrere Räume der Stadtteilschule Altrahlstedt gleichen einem Trümmerfeld.

Einer oder mehrere Unbekannte haben in der Schule an der Straße Am Friedhof am Sonntagnachmittag gleich mehrere Brände in unterschiedlichen Räumen gelegt. „Das komplette Erdgeschoss wurde durch Ruß und Flammen beschädigt“, so Polizeisprecher Jörg Schröder. In der Aula haben die unbekannten Täter Vorhänge in Brand gesetzt, in einem Gemeinschaftsraum wurde ein Schrank und auf der Herrentoilette ein Mülleimer angezündet, in einem weiteren Nebenraum ein Laptop. Dieser wurde offenbar mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen. An vielen Stellen liegen Papiertücher herum, die von den Tätern angezündet wurden.

Die Alarmanlage der Schule wurde am Sonntagnachmittag ausgelöst. Eine aufmerksame Zeugin verständigte dar­aufhin um 15.47 Uhr die Polizei. Vor Ort stellten die Beamten fest, dass ein Fenster der Pausenhalle eingeschlagen worden war. „Durch dieses waren die Täter wahrscheinlich in die Schule gelangt“, so Jörg Schröder. Als die Einsatzkräfte eintrafen, drang dichter Qualm aus diesem Bereich nach draußen. Die Feuerwehr war mit 16 Einsatzkräften vor Ort. Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr unterstützen sie bei der Arbeit. Bis zum späten Nachmittag konnten alle Brandherde gelöscht werden. Was bleibt, ist ein großes Chaos.

Räume bis auf Weiteres unbenutzbar

Wie die Polizei mitteilte, sind die Räume bis auf Weiteres unbenutzbar. „Es steht zu befürchten, dass sie auch bis zum Ende der Frühjahrsferien am nächsten Montag nicht wiederhergestellt werden können“, so Sprecher Jörg Schröder. Die Schulleiterin sei inzwischen vor Ort gewesen und habe sich ein Bild gemacht.

Nach Angaben der Hamburger Schulbehörde geht man derzeit davon aus, dass der Schulbetrieb am kommenden Montag dennoch wie geplant stattfinden kann. Klassenzimmer seien bei den Bränden nicht beschädigt worden. Rund 790 Schülerinnen und Schüler sind derzeit an der Schule gemeldet.

„Der Hausmeister ist vor Ort und kümmert sich um die nötigen Reinigungsarbeiten“, so Claudia Pittelkow, Sprecherin der Hamburger Schulbehörde. Auch die Ferienbetreuung, an der „eine Handvoll“ Kinder teilnehmen, könne wie geplant aufrechterhalten werden. Diese findet nun in der circa 200 Meter entfernten Grundschule Altrahlstedt statt.

Durch Brandstiftung ist ein Schaden im sechsstelligen Bereich entstanden

Immer wieder kommt es an Hamburger Schulen zu Vandalismus. Die Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Abgeordneten Karin Prien hatte im vergangenen Jahr ergeben, dass sich 2014 der Schaden an Hamburger Schulen auf 1,6 Millionen Euro belief. Besondere Häufungen von Sachbeschädigungen wurden an weitergehenden Schulen, also Gymnasien und Stadtteilschulen, registriert.

Zunächst kommt die Gebäudeversicherung der Schule für den Schaden auf

Auch an der Stadtteilschule Alt­rahlstedt gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Fälle von Vandalismus. 2012 entstand an der Schule durch mutwillige Sachbeschädigungen ein Schaden von mehr als 20.000 Euro, 2013 in Höhe von knapp 8000 Euro, 2014 waren es mehr als 12.000 Euro. Für das Jahr 2015 liegen noch keine Zahlen vor.

Wie hoch der Schaden bei der aktuellen Brandstiftung ist, lässt sich noch nicht beziffern. Laut Polizeisprecher Jörg Schröder liegt er nach ersten Schätzungen wahrscheinlich im sechsstelligen Bereich. Auch weil hochwertige Technikanlagen der Aula vom Ruß beschädigt wurden. „Neben einer Beamer-Anlage wurden auch Scheinwerfer in Mitleidenschaft gezogen“, so Schröder weiter.

Daniel Stricker von der Schulbau Hamburg, als städtischer Landesbetrieb zuständig für den Bau, die Bewirtschaftung und Sanierung von rund 3000 Schulgebäuden, teilte mit, dass für die Schäden üblicherweise zunächst die Gebäudeversicherung der Schule aufkommt, bis die Verursacher gefasst sind.

Hinweise darauf, dass der oder die Täter Schüler an der Schule waren oder sind, gebe es laut Polizeisprecher Jörg Schröder nicht. „Aus welchem Umfeld die Täter kommen, ist derzeit noch völlig unklar“, so Schröder weiter. Von den Brandstiftern fehle jede Spur. Die Hamburger Polizei sucht jetzt nach Zeugen, die Angaben zum Sachverhalt oder zu möglichen Tatverdächtigen machen können. Da unklar ist, wie lange der Alarm schon lief, als die Zeugin die Einsatzkräfte alarmiert hatte, könnte sich die Tat nach Polizeiangaben auch am früheren Sonntagnachmittag ereignet haben.

Die Polizei bittet Zeugen, sich unter der Telefonnummer ­040-4286-567 89 beim Landeskriminalamt zu melden.

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