Volksdorf

Krebsgift in Klassenzimmern von Hamburger Schule entdeckt

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Genevieve Wood
Das Walddörfer-Gymnasium in Volksdorf

Das Walddörfer-Gymnasium in Volksdorf

Foto: Klaus Bodig

Im Walddörfer Gymnasium sind zwölf Räume geschlossen worden, weil der Boden ausdünstet. Unterricht findet an benachbarter Schule statt.

Volksdorf.  Bei Schadstoffmessungen im Walddörfer Gymnasium in Volksdorf sind in zwölf Unterrichts­räumen die Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Stoffe überschritten worden. Die betreffenden Räume sind bis auf Weiteres geschlossen. Schulleiter Jürgen Solf berief eine Lehrerkonferenz ein und informierte die Eltern.

Weil der 1930 fertiggestellte Schumacher-Bau, in dem das Walddörfer Gymnasium untergebracht ist, im kommenden Jahr aufwendig saniert werden soll, hatte die zuständige Schulbau Hamburg im Vorwege routinemäßig Schadstoffuntersuchungen in Auftrag gegeben. In den zwölf Klassenräumen fanden die Experten erhöhte Werte für krebserregende PAK (leicht flüchtige polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und Naphtaline. Diese Ausdünstungen gehen vom unter dem Eichenparkett liegenden Gussasphalt aus. Hinweise über Geruchsbelästigungen habe es vorher keine gegeben.

Eine Fachfirma hat sofort begonnen, die betroffenen Räume zu sanieren. Die Räume sollen solange geschlossen bleiben und Anfang Dezember mit Filzteppich ausgelegt sein. Daniel Stricker, Sprecher für Schulbau Hamburg: „Die Arbeiten werden bis auf wenige Ausnahmen nachts und am Wochenende durchgeführt, um den Schulablauf nicht zu beeinträchtigen.“

Benachbarte Grundschule hilft mit Räumen aus

Weil die 1000 Schüler am Walddörfer Gymnasium nicht in herkömmlichen Klassenräumen unterrichtet werden, sondern nach dem Kabinettsystem für den Unterricht die Räume wechseln, sind keine ganzen Klassen von der Schließung der Räume betroffen. „Wir können einen Teil unserer Schüler in sechs Räumen an der benachbarten Grundschule Ahrensburger Weg unterrichten“, so Schulleiter Solf.

Die übrigen rund 48 Räume an der Schule weisen nach Behördenaussage keine erhöhten Schadstoffwerte auf und werden wie geplant regulär saniert.

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe sind allgegenwärtig, sie können in Mousepads, Spielzeugen oder Badeschuhen stecken und werden als Holzschutzmittel verwendet. Bis in die 50er-Jahre wurden zudem Parkettböden mit Teerklebstoffen verklebt. Sie entstehen auch in Nahrungsmitteln, besonders beim Grillen.

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