Kälte und Regen

Notfall: Feuerwehr deckt Zelte für Flüchtlinge mit Folie ab

Das Wetter in Hamburg stellt die Unterkünfte auf eine harte Probe. Ob die Planen auch einem Sturm standhalten können, ist ungewiss.

Hamburg.  Nach anhaltendem Regen haben Feuerwehrleute 56 Zelte in einer Hamburger Notunterkunft für Flüchtlinge im Jenfelder Moorpark am Freitagabend wieder wetterfest gemacht. Die Zelte seien undicht gewesen und es habe reingeregnet, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit.

Feuerwehr sichert Zelte am Hauptbahnhof mit Sandsäcken

Über mehrere Stunden waren rund sechzig Feuerwehrleute im Einsatz und spannten eine spezielle Folie über die Zeltdächer, um diese vor starker Witterung zu schützen. Die Folie hierfür war den Helfern vom Technischen Hilfswerk empfohlen worden. „Inwieweit die neuen Abdeckungen auch einem starken Sturm standhalten können, wird sich zeigen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Zur Zeit leben 739 Flüchtlinge in der Notunterkunft.

Bei einem weiteren Einsatz wurden Sandsäcke zu Zelten am Hamburger Hauptbahnhof gebracht, die ankommenden Flüchtlingen als vorübergehende Auffangstation dienen sollen. In diesen Zelten sei kein richtiger Boden ausgelegt, wodurch das Wasser bei starkem Regenfall leicht reinlaufen könne, teilte ein Sprecher der Feuerwehr am Samstagmorgen mit. Weitere wetterbedingte Einsätze seien zur Zeit jedoch nicht geplant.

Stimmung unter Flüchtlingen weiter „hochgradig explosiv“

Am Vortag hieß es in Medienberichten, die Lage in Hamburgs Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge drohe angesichts des Wetters und anderer Umstände außer Kontrolle zu geraten. Laut einem internen Lagepapier der Polizei, das dem Hamburger Abendblatt vorliegt , ist die Situation etwa im Flüchtlingscamp an der Schnackenburgallee „kurz vor dem Kippen“. Wegen der Kälte sei die Stimmung der 3300 Bewohner inzwischen „hochgradig explosiv“.