Bäderland Hamburg

Mögliche Schließung: Rahlstedter bangen um ihr Freibad

Karl-Heinz Warnholz (2. v. l.) mit weiteren CDU-Politikern im Freibad

Karl-Heinz Warnholz (2. v. l.) mit weiteren CDU-Politikern im Freibad

Foto: HA

Soll das Gelände langfristig mit Wohnungen bebaut werden? Der CDU-Abgeordnete Karl-Heinz Warnholz traut dem Dementi nicht.

Hamburg. Die Zukunft des Rahlstedter Freibads am Wiesenredder ist ungewiss. Obwohl das 30.000 Quadratmeter große Gelände der Bäderland GmbH in den Sommermonaten bei den Rahlstedtern beliebt ist, halten sich hartnäckig Gerüchte über eine mögliche Schließung. Bäderland könnte das gut zehn Millionen Euro teure Grundstück verkaufen, so die Befürchtung. Auf dem Gelände würden dann Wohnungen entstehen, vermuten einige.

Der Senat antwortete jetzt auf eine schriftliche Kleine Anfrage des Abgeordneten Karl-Heinz Warnholz (CDU), dass die „Überlegungen zum Entwicklungskonzept des Hamburger Bäderangebots noch nicht abgeschlossen“ seien. Auf Abendblatt-Anfrage sagte ein Bäderland-Sprecher: „Das Freibad steht nicht zum Verkauf und wird auch in den kommenden Jahren in Betrieb gehen.“

Doch der Rahlstedter Wahlkreisabgeordnete Warnholz, Alterspräsident der Hamburgischen Bürgerschaft, fragt sich, wie lange die Bäderland-Zusage, dass der Betrieb weitergehe, gelten werde. Er rechnet damit, dass Bäderland in das Hallenbad an der Rahlstedter Bahnhofstraße investiert und nicht mehr in den Standort am Wiesenredder. Nach Aussagen von Mitarbeitern des Gemeinnützigen Bauspielplatzes e. V. gab es unlängst auf dem Areal vor dem Hallenbad Probebohrungen im Auftrag von Bäderland – und zwar ohne Genehmigung des Vereins, der das Gelände nutzt. Auf dem Pachtgrundstück, so Warnholz, könnte Bäderland das Hallenbad erweitern. Das könnte möglicherweise das Aus für das Freibad bedeuten. Bäderland kündigte auf Abendblatt-Anfrage Betonsanierungen seiner Schwimmbäder an. „Ein solches Projekt kommt mittelfristig auch auf das Hallenbad Rahlstedt zu.“

Warnholz fordert jetzt den Senat auf, ein Konzept für die gesamte Entwicklung des Hamburger Bäderangebots zu erstellen. „Der Senat wollte bis zum März ein Konzept vorlegen. Dies ist bis heute nicht geschehen und macht mich nach vier Kleinen Anfragen an den Senat misstrauisch“, ärgert sich Karl-Heinz Warnholz. Und fügt hinzu: „Die widerrechtlichen Bohrungen auf dem Gemeinnützlichen Bauspielplatz haben die Bevölkerung verunsichert.“

Jährlich werden in den Erhalt des Rahlstedter Freibades bis zu 50.000 Euro investiert. Weitere Sanierungen seien nicht geplant, heißt es in der Senatsantwort, „da das Bad in seiner jetzigen Form dem Standard vergleichbarer Bäder in Hamburg entspricht und den Ansprüchen genügt“.

Die Besucherzahlen im Rahlstedter Freibad schwanken je nach Wetterlage zwischen 10.000 und 40.000 pro Jahr. Bäderland-Sprecher Michael Dietel sagte: „Es ist allgemein bekannt, dass öffentliche Bäder nur defizitär zu betreiben sind.“ Das gelte gleichermaßen für das Freibad Rahlstedt.