Farmsen-Berne

Zwei Tote nach Wohnungsbrand in Hochhaus

Im sechsten Stock des Hauses am Buchnerweg war am Morgen ein Feuer ausgebrochen. Einsatzkräfte konnten Bewohner nur noch tot bergen.

Hamburg. In einem Hochhaus am Buchnerweg im Hamburger Stadtteil Farmsen-Berne war am Morgen aus unbekannter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Ein Mann und eine Frau kamen bei dem Brand ums Leben.

Gegen 7.19 Uhr hatte ein Bauarbeiter die Flammen im sechsten Stock des Mehrfamilienhauses bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. "Die Einsatzkräfte konnten die beiden Bewohner der Wohnung nur noch tot bergen", sagte Feuerwehrsprecher Thorsten Grams. Zunächst waren drei Personen vermisst worden. Das habe sich aber nicht bewahrheitet, so Grams. Die Feuerwehr war mit 34 Einsatzkräften vor Ort.

Gegen 8.30 Uhr war der Brand gelöscht. Das 20-Parteien-Hochhaus aus dem Baujahr 1967 wird derzeit im bewohnten Zustand energetisch saniert und ist komplett eingerüstet. Unter anderem wird die Fassade gedämmt, neue Fenster und Balkonanlagen errichtet und die gesamte Haustechnik wird erneuert. Während der Sanierungszeit müssen sich die Mieter nach Angaben der Wohnungsgenossenschaft BDS auf Einschränkungen einstellen. Bäder und Küchen können nicht genutzt werden.

Spiegel TV-Bericht über die Kernsanierung

Spiegel TV hatte am 28. Juni über die Kernsanierung in dem Mehrfamilienhaus berichtet. Dabei ging es auch um ein älteres Ehepaar, das im April diesen Jahres nach 47 Jahren eine fristlose Kündigung erhalten hatte. Die Kündigung soll nach Abendblatt-Informationen nichts mit der Sanierung zu tun gehabt haben. Das Ehepaar hatte sich geweigert, auszuziehen und einen Anwalt eingeschaltet. In dem Interview hatte der Ehemann einen Suizid angekündigt. Rechtsanwalt Udo Smetan bestätigte gegenüber dem Abendblatt, dass er am Morgen über den Tod des Ehepaars informiert worden war.

Auch die Wohnungsgenossenschaft BDS, zu der der Wohnkomplex gehört, ist am Morgen informiert worden. "Wir sind zutiefst erschüttert", sagte eine Sprecherin. Den Spiegel-TV-Bericht habe man gesehen und danach den sozialpsychiatrischen Dienst eingeschaltet. Nicht zum ersten Mal: Bereits vor der Ausstrahlung habe sich für Genossenschaft um psychologische Unterstützung für das Ehepaar bemüht. Über die Hintergründe gibt es derzeit noch keine Informationen.

Polizei: Ermitteln in alle Richtungen

Die Polizei sollte noch am Vormittag die Ermittlungen aufnehmen, sobald das Gebäude begehbar ist. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte Polizeisprecher Andreas Schöpflin. Auch der Spiegel-Bericht sei Gegenstand der Ermittlungen.