Meiendorf

Ins Meiendorfer „Geisterhaus“ zieht ein Eiscafé

Meiendorf.  Seit 2008 steht das Haus am Nordlandweg Ecke Spitzbergenweg (Meiendorf) leer und verfällt. Immer wieder hat die Stadt versucht, mit guten Worten und Zwangsmaßnahmen eine Renovierung durchzusetzen. Vergebens. Vom „Geisterhaus“ sprechen die Nachbarn, es gibt Gerüchte über Ratten und nächtliche Besucher in der Immobilie, die auf amtliche Anordnung hin verrammelt worden ist.

Jetzt endlich tut sich etwas: Ein Eiscafé entsteht. George Zafeu hat das Haus für fünf Jahre gemietet und renoviert gerade. Vorn das Café, hinten die Wohnung für sich, seine Frau und die beiden Töchter (neun und vier Jahre alt). Am 1. Mai will er eröffnen. Aktuell verklebt er Dämmplatten und bereitet die Wand fürs Verputzen vor. „Ich habe Angst vor Graffiti-Sprayern“, sagt er. Wenn Farbe auf die Dämmung kommt, haftet kein Putz mehr.

Das eingeschossige Nebengebäude aber, in dem der Imbiss war, ist nicht Bestandteil des Mietvertrages. Es bleibt leer. Was damit werden soll, weiß auch Zafeu nicht.

Das Bezirksamt Wandsbek war zuletzt massiv gegen den Eigentümer vorgegangen, der das Haus bei einer Zwangsversteigerung 2007 erworben hatte. Es hatte förmlich angeordnet, das Gebäude instandzusetzen und die nicht mehr genutzten Anlagen abzureißen. „Der Eigentümer hat aber auch dieses Mal wieder Fristen verstreichen und Termine platzen lassen“, sagte der örtliche SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter. Zuletzt legte der Eigentümer Widerspruch gegen die Verfügungen des Amtes ein, um einem Zwangsgeld zu entgehen.

Damit droht ein gerichtliches Nachspiel. Und eine unschöne Aussicht auf der Terrasse des Eiscafés.