Hamburg. Menschen der Kriegsgeneration haben ihre Depressionen oft verschwiegen oder verdrängt. Heutzutage wird viel offener darüber gesprochen.

Kürzlich sagte meine 84 Jahre alte, geistig sehr fitte Mutter zu mir: „Man liest ja überall nur von psychischen Problemen, auch schon bei jüngeren Leuten. Also, das gab es in unserer Generation nicht so häufig.“ Ich widersprach ihr nicht, aber ich dachte: „Doch Mama, es gibt und gab gerade auch in deiner Generation viele Menschen mit psychischen Erkrankungen. Denn ihr habt als Kinder Krieg erlebt, gehungert, oft lieblose Eltern gehabt. Aber ihr musstet ein Land neu aufbauen, und da gab es oft keine Zeit, sich um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Viele in deinem Alter leiden nun unter Depressionen, weil ihr Trauma sie in der Rentenzeit eingeholt hat.“