Kolumne

Großer Respekt für Jugendamtsmitarbeiter

Sabine Tesche
Sabine Tesche leitet das Ressort Von Mensch zu Mensch

Sabine Tesche leitet das Ressort Von Mensch zu Mensch

Foto: Andreas Laible

Das Sorgerecht für traumatisierte Kinder und Jugendliche zu übernehmen ist eine riesige Verantwortung. Danke dafür!

Jugendamtsmitarbeiter, die sich trauen, für Minderjährige Vormundschaften zu übernehmen, haben meinen großen Respekt. Ich fand es manchmal schon anstrengend, als Sorgeberechtigte für meine Söhne die richtigen Entscheidungen zu treffen, aber wie muss das erst sein, wenn man das für mehr als 30 Mündel macht? Zumal allen Eltern dieser Kinder das Sorgerecht entzogen wurde – die meisten Kleinen wurden zu ihrem Schutz aus der Familie genommen.

Alle diese Mädchen und Jungen, die nun in der Obhut des Jugendamts sind, wurden traumatisiert. Ihre Eltern haben ihnen zum Teil Entsetzliches angetan. Dennoch wollen Kinder meistens zurück zu den Eltern, sie lieben sie, auch wenn diese unfähig sind, für sie zu sorgen. Und auch viele dieser Eltern sind wütend und uneinsichtig. Sie sehen nur, dass ihnen ihr Kind genommen wurde, und häufig nicht ihre eigene Schuld daran.

Was für eine Verantwortung, für diese traumatisierten Kinder oft bis zur Volljährigkeit zu sorgen! Wir haben oft darüber geschrieben, wenn Jugendamtsmitarbeiter Fehler gemacht haben. Das darf auch nicht verschwiegen werden – gerade wenn Kinder dadurch noch mehr Schaden erleiden mussten. Aber es gibt auch viele engagierte Amtsvormünder und Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes, die alles für ihre Schützlinge tun. Danke dafür!