Kolumne

Wie schrecklich, wenn ein Mensch jung dement wird

Sabine Tesche
Sabine Tesche leitet das Ressort Von Mensch zu Mensch

Sabine Tesche leitet das Ressort Von Mensch zu Mensch

Foto: Andreas Laible

Die Diagnose Demenz verändert den Lebensplan, kann eine Familie ins Unglück stürzen. Zum Glück gibt es die Alzheimer Gesellschaft.

Wenn Menschen sehr alt sind, rechnen wir damit, dass sie – oft in den letzten Lebensjahren – dement werden. Meine Oma war es, die Großmutter meines Mannes auch – das war für die Familie manchmal sehr anstrengend, aber es gehörte zum Leben dazu. Viel schlimmer finde ich es jedoch, wenn Menschen vor dem 65. Lebensjahr an Alzheimer erkranken. Wenn sie noch mitten im Job stehen, die Kinder womöglich noch minderjährig sind und man die ganze Lebensplanung umstellen muss.

Das habe ich bei einem Kollegen erlebt, und auch das Schicksal von Mareike L., deren Mann mit Anfang 50 an Frontotemporaler Demenz erkrankte, hat mich tief berührt. Denn sie muss nicht nur damit klarkommen, dass ihr Mann sich in seinem Wesen vollkommen veränderte, sondern gleichzeitig ihre Kinder schützen und Geld verdienen. Abgesehen davon, dass es kaum Pflegeplätze für junge Demenzerkrankte gibt, sind diese auch ohne Vorsorge schwer zu finanzieren.

Zum Glück gibt es bei der Alzheimer Gesellschaft Hamburg Stefanie Klinowski, die sich genau dieser Gruppe annimmt, sie begleitet, berät und immer ein offenes Ohr hat. Mit ihr habe ich über das Thema im Podcast Von Mensch zu Mensch gesprochen – und auch über ihre eigene Betroffenheit. Ihre Mutter wurde mit nur 55 Jahren dement.