Kolumne

Wenn sich das Büro-Sommerfest wie ein Klassentreffen anfühlt

Sabine Tesche
Sabine Tesche leitet das Ressort Von Mensch zu Mensch

Sabine Tesche leitet das Ressort Von Mensch zu Mensch

Foto: Andreas Laible

Nach zwei Jahren Homeoffice tat es gut, endlich mal wieder Klatsch und Tratsch auszutauschen. Nun habe ich Sehnsucht nach der Büroküche.

Anfang dieser Woche habe ich viele Kolleginnen und Kollegen beim Sommerfest gesehen – in Präsenz. Und es hat sich fast ein wenig wie ein Klassentreffen angefühlt, bei dem man erst mal abfragt, was in den letzten Jahren so passiert ist. So hat eine Kollegin ein Kind bekommen – von mir völlig unbemerkt, weil ihr Bauch in der Online-Konferenz nicht zu sehen war. Dem neuen Volontär, der so gut schreibt, kann ich jetzt endlich ein Gesicht zuordnen. Die eine hat nun ein Haus gefunden, die andere den richtigen Partner – und eine Trennung gab es leider auch.

Wir redeten nicht wie sonst nur über Geschichten und Fakten, sondern wie es uns geht, über Persönliches, die Familie, über die Erfahrungen im Homeoffice – eben über Dinge, die man in der geschäftigen Online-Konferenz nicht bespricht, weil da Emotionen keinen Platz haben. Diese Gespräche finden sonst zwischen Tür und Angel in der Redaktion, beim gemeinsamen Mittagessen oder in der Büroküche statt. Und sie machen den Büroalltag noch abwechslungsreicher.

Ich merke, wie sehr mir das gefehlt hat und wie sehr ich mir wünsche, das wieder in meinen Arbeitsalltag zurückzuholen. Doch in den Tagen nach dem Fest sitzen die meisten wieder im Homeoffice – vielleicht ist aber die Sehnsucht nach Büropräsenz bei einigen zumindest geweckt.