Kolumne

Ein Leben mit Hartz IV ist mehr als nur herausfordernd

Sabine Tesche
Sabine Tesche leitet das Ressort Von Mensch  zu Mensch

Sabine Tesche leitet das Ressort Von Mensch zu Mensch

Foto: Andreas Laible

Bei den Preissteigerungen ist ein würdevolles Leben für Hartz IV-Empfänger in Hamburg kaum möglich. Der Abendblatt-Verein hilft hier.

Eine alleinstehende Hartz-IV-Empfängerin bekommt aktuell 449 Euro im Monat. Davon muss sie Stromkosten, Lebensmittel, Telefon, Hygieneartikel und Kleidung bezahlen – und möglichst noch etwas sparen, damit noch Geld da ist, wenn etwas kaputt geht. Doch von 15 Euro pro Tag kann man meiner Meinung nach angesichts der hohen Energiepreise und Inflationsrate und damit verbundenen steigenden Lebensmittelpreisen aktuell nicht würdevoll leben, daran ändert auch eine Einmalzahlung zur Entlastung nicht.

Der Hamburger Jobcenter-Chef Dirk Heyden nennt den Hartz-IV-Satz herausfordernd. Er bedauert, dass es für Notfälle keine Ausnahmen gibt. Das nennt der Gesetzgeber Gerechtigkeit. Doch individuelle Notfälle gibt es andauernd. Denn Kühlschränke und Waschmaschinen gehen kaputt, Kleidung wird löchrig, das Geld reicht nicht für die Medikamentenzuzahlung oder die Stromkosten-Nachzahlung.

Solche Notfälle landen dann häufig bei uns – beim Abendblatt-Verein. Denn es gibt nur ganz wenige soziale Institutionen in Hamburg, die wie wir in Einzelfällen helfen können. Die Zahl der Antragsteller steigt aktuell so beständig wie die Inflationsrate. Manchmal denke ich, es sind zu viele. Doch ich finde den Gedanken noch schlimmer, diese Menschen mit ihren Sorgen alleinzulassen.