Kolumne

Thema Darmerkrankungen muss raus aus der Tabuzone

Sabine Tesche
Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Die Betroffenen haben Angst vor einer Stigmatisierung, dabei brauchen sie Verständnis und Unterstützung. Denn es kann jeden treffen!

Allein in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis kenne ich drei Menschen mit einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED). Sie kennen keinen? Dann liegt es vielleicht daran, dass die meisten Betroffenen darüber nicht reden. Obwohl wir alle mit zunehmendem Alter doch so gerne über unsere Krankheiten sprechen.

Aber wer mag schon über Bauchweh, schmerzhafte Toilettengänge und Blähungen reden? Ich habe selten eine Erkrankung erlebt, mit der vonseiten der Betroffenen so schamerfüllt umgegangen wird. Leider, denn während Burnout, psychische Störungen und Krebserkrankungen immer mehr aus der Tabuzone kommen, führt das Thema CED ein Nischendasein.

Ich kann es verstehen: Die Betroffenen haben Angst vor einer Stigmatisierung. Doch das Schweigen darüber kann zusätzlich belasten, besonders wenn die Erkrankten jung sind. Dabei könnte es ihnen helfen, wenn das Umfeld darum weiß und deshalb auch mal Rücksicht nimmt. Vor allem wenn Freunde und Arbeitgeber signalisieren: Es ist okay, nimm dir deine Zeit. Zumal diese Zivilisationskrankheit inzwischen jeden treffen kann – die Zahl der Betroffenen steigt.