Buchrezension

Immer ein Fünkchen Hoffnung dabei

| Lesedauer: 2 Minuten
Heike Wander
Buchcover von Susanne Ospelkaus: „Meine Reise durch das Trauerland"

Buchcover von Susanne Ospelkaus: „Meine Reise durch das Trauerland"

Foto: Brunnen Verlag / brunnen verlag

Ein sehr persönliches, gut geschriebenes Buch über die Trauer einer Witwe. Mit vielen Empfehlungen für den Umgang mit Hinterbliebenen.

„Meine Reise durch das Trauerland“ heißt Susanne Ospelkaus’ Buch und autobiografische Geschichte. Auf diese Reise nimmt sie als junge Frau ihre Leser mit in eine quirlige Familie mit zwei kleinen Jungen und ihrem Mann Thomas, einem Musiker. Wie in einem guten Film erliegt man schnell ihrer Erzählkunst und bei manchen Stellen habe ich mich erwischt, dass ich der Frau auf dem Buchcover tröstend über die Wange streichen wollte.

Sie selbst erkrankt schwer, und als die Familie gerade wieder Licht am Horizont sieht, bekommt Thomas die Diagnose Leukämie. Susanne stemmt den Alltag mit den Kleinen, begleitet ihren Mann tapfer bis zum Ende. Danach kommt Trauer und am Schluss des Buches erfährt der Leser, wie es mit ihr und ihren Söhnen weitergegangen ist. Erst mal kein schönes Lesethema, doch es ist genau das, was jedem passieren kann. Aus heiterem Himmel in Krankheit, Tod und damit große Trauer geworfen zu werden – und das nicht erst im späten Alter. Täglich sterben nicht nur alte Menschen, sondern auch junge, Mütter und Väter oder Kinder, ob durch einen Unfall oder eine Krankheit.

Es ist die Art, wie Susanne Ospelkaus ihr Leben und Leiden beschreibt, sich mit ihrem Glauben auseinandersetzt, die Trauer im wahrsten Sinne als eigene Instanz sprechen lässt – alles zusammen hat ein großartiges Buch entstehen lassen. Es ist sehr persönlich, doch auch verbindend, denn Ospelkaus macht klar, wie wichtig andere Menschen an der Seite von Hinterbliebenen sind.

Für Familie und Freunde hat sie 20 „Handreichungen für den Umgang mit Trauernden“ als Empfehlungen aufgeschrieben. „Wir gehen gemeinsam durch die Zeit“ lautet eine der Überschriften. Das kann man nur jedem wünschen, der ein ähnliches Schicksal durchleben muss – immer mit zumindest einem Fünkchen Hoffnung.