Kolumne

Traumatisierten Kindern eine Chance geben

Sabine Tesche
Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Ein Pflegekind aufzunehmen ist herausfordernd, es benötigt Liebe und Geborgenheit. Doch beides hat es, wie jedes Kind, verdient.

Wenn meine Söhne eine gute oder nicht so gute Eigenschaft zeigen, weiß ich oft, von wem sie die haben. Also entweder von mir, meinem Mann oder manchmal steckt auch etwas von anderen Verwandten drin. Das ist etwas, was Pflegeeltern nicht deuten können. Sie wissen nicht, woher ihre Schützlinge bestimmte Verhaltensweisen haben. Das macht es manchmal etwas schwer in der Erziehung, sagte mir ein Pflegevater, auf der anderen Seite sind vielleicht dann auch die Erwartungen an die Pflegekinder nicht so hoch wie an die eigenen.

Ein Pflegekind aufzunehmen bedeutet eine große Verantwortung und ist sehr herausfordernd, aber man gibt damit einem meistens sehr traumatisierten Mädchen oder Jungen eine Chance auf ein normales Leben. Es muss viel passieren, damit das Jugendamt leiblichen Eltern ihr Kind dauerhaft wegnimmt, und danach benötigt es Geborgenheit, Struktur und besonders viel Zuwendung. Ich finde jedes Kind hat das verdient und es ist großartig, wenn Paare oder Einzelne sich dazu entschließen, ein kleineres oder auch größeres Pflegekind bei sich aufzunehmen. Denn neben der Herausforderung gibt dieses oft auch ganz viel Liebe zurück.