Ferien-Aktion

Ostsee-Kreuzfahrt für Familien mit schwerem Schicksal

| Lesedauer: 4 Minuten
Sabine Tesche
Familie Özsoy war mit ihrem schwer kranken Sohn Kaan auf einer Kreuzfahrt, die TUI Cruises ermöglicht hat

Familie Özsoy war mit ihrem schwer kranken Sohn Kaan auf einer Kreuzfahrt, die TUI Cruises ermöglicht hat

Foto: Familie Özsoy

Der Abendblatt-Verein vermittelt drei von TUI Cruises gesponserte Reisen an Hamburger Eltern mit sterbenskranken Kindern.

Seit Familie Özsoy von ihrer einwöchigen Kreuzfahrt mit „Mein Schiff 1“ von TUI Cruises zurück ist, erkennen die Mitarbeiterinnen von KinderPaCT die Eltern eines schwer kranken Kindes kaum wieder. „Es ist wirklich für uns alle eine riesige Freude, die positive Veränderung für die gesamte Familie mitzubekommen. Vorher sind alle mit Kaan nur noch zu Hause gewesen. Es war nicht mehr vorstellbar, überhaupt mal rauszugehen. Nun erleben wir eine glückliche Familie, die fast täglich spazieren geht, auch die neun Jahre alte Schwester strahlt, wenn es um die Reise geht“, berichtet Kirsten Mainzer von KinderPaCT, einem Verein, der sterbenskranke Kinder palliativ zu Hause versorgt.

Kirsten Mainzer hatte diese Familie ausgesucht, als das Angebot von TUI Cruises über den Abendblatt-Verein kam, drei bedürftigen Familien eine Ostsee-Kreuzfahrt nach Tallinn, Stockholm und Visby zu ermöglichen. Dabei waren im Vorfeld viele medizinische Fragen auch mit dem Bordarzt von „Mein Schiff 1“ zu klären, denn der kleine Kaan (3) leidet an einer schweren Stoffwechselstörung, hat häufig Epilepsieanfälle. „In der Familie dreht sich alles um die Versorgung und das Wohlsein von Kaan. Die Familie meistert das neben uns vollständig alleine und gerade Kaans Schwester hat sehr häufig im Hintergrund gestanden. Insgesamt ist die Familie sehr isoliert“, berichtet Mainzer. Diese Reise sollte die erste gemeinsame zu viert werden. „Ein Traum ist für uns wahr geworden“, sagt die Mutter des Kleinen, Sermin Özsoy.

Kreuzfahrt: Kabine, Essen und Unterhaltung war inklusive

Mit dem ASB Wünschewagen wurden die vier nach Kiel transportiert, bezogen auf „Mein Schiff 1“ eine schöne Viererkabine mit Balkon. Sie war genauso wie das leckere Essen und das Unterhaltungsangebot an Bord in dem großzügigen Spendenpaket von TUI Cruises enthalten. „Ich habe immer draußen auf dem Balkon gesessen und mir die Sterne angeschaut“, schwärmt die Mutter. „Kaans Schwester wollte zuerst nicht mitkommen, aber dann wollte sie nicht mehr zurück. Sie fand alles toll“, berichtet der Vater, Zeynel Özsoy, nach der Fahrt, die Mitte Juli stattfand. Er ist gelernter Krankenpfleger, kann aber derzeit nicht in seinem Beruf arbeiten, weil er seinen Sohn rund um die Uhr versorgen muss. „Wir danken ,Mein Schiff‘, dem Abendblatt-Verein, KinderPaCT und dem ASB Wünschewagen für alles und sind sehr, sehr glücklich“, fügt Herr Özsoy noch hinzu.

Durch die Vermittlung von „Hamburger Abendblatt hilft“ konnte eine weitere, schwer vom Schicksal gebeutelte Kleinfamilie eine Reise mit „Mein Schiff 1“ antreten. Sonja (46) und Jana Heuer (23) konnten kaum glauben, dass TUI Cruises ihnen eine Woche Kreuzfahrt spendieren wollte – eine kleine Auszeit inmitten ihres belasteten Alltags. Denn im August 2020 starb die 16-jährige Tochter von Sonja Heuer an einem unheilbaren Gehirntumor (das Abendblatt berichtete). Für Sophies Schwester und ihre Mutter brach eine Welt zusammen, die Trauer sitzt noch tief. „Diese Schiffsreise war grandios und so erholsam für uns. Wir haben viel geschlafen, auf dem Balkon gesessen und auf das Meer geschaut“, sagt Sonja Heuer.

Kleine Auszeiten durch Ausflüge und Massagen

Ebenso wie bei Familie Özsoy waren Zimmer, Essen und Sportangebot inklusive. Die Kosten für zwei Massagen und Ausflüge nach Stockholm sowie Visby übernahm der Abendblatt-Verein, ebenso wie die Zugfahrt nach Kiel. „Wir sind tief dankbar, dass TUI Cruises uns diese Reise ermöglicht hat, das hätten wir uns nie träumen lassen“, sagt Sonja Heuer.

„Manche Familien trifft das Schicksal sehr hart. Die drei ausgewählten Familien gehören dazu – auf vieles mussten sie verzichten, an unbeschwerten Urlaub war aufgrund der Lebenssituation nicht zu denken. Umso mehr freuen wir uns, dass wir zwei von ihnen jetzt diese gemeinsame Auszeit an Bord ermöglichen konnten und sie schöne und erholsame Tage bei uns an Bord verbringen konnten. Die dritte Familie fährt etwas später im Jahr“, sagt Godja Sönnichsen, Pressesprecherin von TUI Cruises.