Kolumne

Wenn die Kinder flügge werden

Sabine Tesche
Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Das Haus ist ordentlich, aber auch sehr leer. Wenn die Söhne ausziehen, fängt ein neuer Lebensabschnitt an. Das tut auch etwas weh...

Vergangenes Jahr ist mein großer Sohn zu Hause ausgezogen und studiert nun in Süddeutschland – in meiner alten Heimatstadt. Für meine Eltern ist das ein Segen, denn er kommt öfter mal zum Essen oder auf einen Kaffee vorbei. Ich gebe zu, da beneide ich sie. Denn inzwischen ist auch mein jüngerer Sohn auf dem Absprung.

Gerade ist er im Urlaub mit seiner Freundin, dadurch bekomme ich schon mal eine Idee davon, wie sich so ein Haus ohne Kinder anfühlt. Das Gute vorweg: Es bleibt hier sehr ordentlich. Keine Klamotten mehr, die herumliegen, keine Schuhe, die vor der Haustür im Weg stehen, weniger Wäsche, und einmal die Woche einkaufen gehen reicht. Keine laute Musik aus dem Zimmern mitten in der Nacht und unser Auto steht immer in der Auffahrt, wenn ich es benötige.

Aber ehrlich gesagt würde ich das alles gerade gern wieder in Kauf nehmen. Das Haus ist leer und still. Es macht mir immer wieder bewusst, dass nun ein komplett neuer Lebensabschnitt anfängt. Die Kinder kommen ab jetzt nur noch zu Besuch. Da blutet mein Mutterherz schon ein wenig, auch wenn ich den Jungs ihr neues, unabhängiges Leben sehr gönne.