Kolumne

Glückseligkeit beim Essengehen

Sabine Tesche
Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Das Leben ist wieder ein Fest: Selten habe ich in einer Woche so viele nette Gespräche mit so vielen fremden Menschen geführt.

„Petit Bonheur“ – „Kleines Glück“ – heißt eines meiner Lieblingslokale, zu dem ich pünktlich zur Eröffnung nach dem Corona-Lockdown vergangene Woche mit meinem Mann eingekehrt bin. Und der Name des französischen Bistros war diesmal Programm, denn noch nie habe ich so viel Glückseligkeit vonseiten der Kellner, des Patrons Ergün Uysal – der strahlend mit prickelndem Getränk von Tisch zu Tisch schwebte – und vor allem auch bei den Gästen erlebt. Das Leben ist wieder herrlich, essen gehen ist ein Fest, etwas ganz Besonderes – das schienen die übereinstimmenden Gefühle an diesem Abend zu sein.

Mit Gästen des Nachbartischs kamen wir gleich ins Gespräch, tauschten unsere Sehnsucht nach gutem Essen und anregenden Events während der Coronapandemie aus, sprachen über Historisches und Philosophisches. Der Weg zur Toilette wurde von vielen lächelnden Gästen begleitet – wunderbar, so viel gute Laune. Das Schöne ist, diese Offenheit, die Lust auf Austausch, scheinen derzeit viele Hamburger zu empfinden.

Noch nie habe ich in so wenigen Tagen mit so vielen fremden Menschen so nette Gespräche geführt. Das bleibt hoffentlich!