Kolumne

Leben mit Behinderung – ohne Wenn und Aber

Sabine Tesche
Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Eine inklusive Gesellschaft bereichert unser Leben, es lohnt sich, dafür zu kämpfen. Am 5. Mai ist Europäischer Protesttag

„Leben mit Behinderung“, so heißt der Elternverein, den Kerrin Stumpf, die ich im Podcast „Von Mensch zu Mensch“ interviewt habe, leitet. Ich finde den Namen der Organisation wunderbar, weil er eine Botschaft trägt. Wer eine Behinderung hat oder einen Menschen mit Behinderung pflegt, lebt damit – ohne Wenn und Aber. Und ich habe selten einen Menschen getroffen, der damit so freimütig, ehrlich und humorvoll umgeht wie Kerrin Stumpf, die ich von etlichen Veranstaltungen rund um das Thema kenne. Dort spricht sie über ihre Vision einer inklusiven Gesellschaft, über ihren Sohn Pelle, wenn er nicht gerade dabei ist, von Reaktionen auf ihn, aber auch über schwere, verzweifelte Momente.

Denn Leben mit Behinderung heißt für alle Beteiligten nicht, dass alles gut funktioniert, es ist anstrengender und an den Nerven zehrender als ein Leben ohne Behinderung. Aber es gehört zu unserer Gesellschaft, es bereichert uns, lehrt uns, dass Perfektion in jeder Hinsicht nicht das Lebensziel sein muss.

Es lohnt sich für eine inklusive Gesellschaft zu kämpfen – so wie es am 5. Mai geschieht, am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.