Kolumne

Die Idee der Mutter, was die Söhne unbedingt benötigen

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Mein Nachbar hat aus Holzpaletten einen Hochstand gezimmert- von den Kinder geliebt. Selbst gebaut ist oft besser als schlecht gekauft

Einer meiner Nachbarn ist ein wunderbarer Vater zweier kleiner Jungen. Wenn er in seiner freien Zeit nicht auf dem Trampolin mit ihnen hüpft oder Fußball spielt, sägt und hämmert er mit ihnen gemeinsam. Seit ein paar Tagen gibt es in Nachbars Garten einen Hochstand, zusammengezimmert aus Holzpaletten. Daneben steht eine Stange, an der ein bemalter Ritterschild hängt und darunter ist ein Vogelkasten – vielleicht für den fiktiven Piratenpapagei? Der Rabauken-Ausguck ist jedenfalls großartig und wird eifrig von den Kleinen bespielt.

Das erinnert mich an unser Gartenhäuschen, das ich für meine Jungs ausgesucht und mein Mann mit seinem Vater in vielen Stunden Arbeit und von vielen Flüchen begleitet im damals noch winzigen Reihenhausgarten aufgebaut hatte. Es war perfekt, mit geteilter Klönschnacktür, einem Fenster, Veranda, schön geformter Leiter – und von Anfang an von meinen Jungs verschmäht. Sie fanden das Stelzenhaus einfach nur langweilig. Es entsprang allein meiner Idee, es sei das, was sie bräuchten. Schließlich habe ich gelernt, dass ein selbst gebautes Spielzeug viel mehr Spaß machen kann – und manchmal reicht auch nur ein langer Stock.