Kolumne

Der Totensonntag ist gerade in diesem Jahr besonders wichtig

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Viele Menschen gedenken am Ewigkeitssonntag ihren verstorbenen Angehörigen. Es braucht diesen eigenen Raum für Trauer.

An diesem Wochenende feiern die Christen den Ewigkeitssonntag. In vielen evangelischen Gemeinden werden Gottesdienste im Gedenken an die Verstorbenen gehalten. Bei einem Gespräch in dieser Woche mit Hamburgs Bischöfin Kirsten Fehrs fragte ich, warum wir solch einen speziellen Feiertag benötigen. Man könne doch jeden Tag an die Toten denken. Sie sagte, dieser Feiertag sei notwendig, „weil er den Menschen, die einem viel bedeutet haben, einen ganz eigenen Raum gibt. Wir haben eine Gesellschaft, in der Trauer und Tod nur schwer angenommen werden können.“

Mir scheint der Totensonntag gerade in diesem Jahr besonders wichtig, denn viele Menschen sind durch das Corona-Virus mitten aus dem Leben gerissen worden. Am schrecklichsten finde ich dabei die Vorstellung, dass manche Ehepartner oder Kinder sich nicht von dem Sterbenden verabschieden konnten, weil die Kliniken einen Besuch wegen des Lockdowns nicht erlauben durften.

Deswegen sind auch Vereine wie „Verwaiste Eltern und Geschwister“ so wichtig. Hinterbliebene brauchen einen Ort, an dem sie noch nach Jahren, über ihren Schmerz und ihre Traurigkeit sprechen können.