Kolumne

Hilfsprojekte gegen Vereinsamung sind wichtiger denn je

 Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Durch Corona sind alte Menschen noch isolierter als vorher. Jeder Nachbar kann aktiv werden und sich um sie kümmern

Seit zehn Jahren gibt es nun diese großartige „Aktion Augen Auf!, die gerade in diesen Zeiten der Corona-Pandemie noch wichtiger ist als zuvor. Das Projekt bietet hochaltrigen Menschen Hilfe im Alltag und bei Behördengängen an und organisiert Besuchsdienste oder Telefonanrufe. Durch ihr gutes Netzwerk erfahren die Mitarbeiterinnen häufig auch über Dritte, ob es einem alten Menschen in der Nachbarschaft nicht gut geht und melden sich proaktiv. Denn gerade aus Angst vor einer Ansteckung sind viele Ältere noch mehr isoliert und vereinsamen in ihren vier Wänden. Vielen fällt es aus Schamgefühl schwer, um Hilfe zu bitten.

Deswegen ist es umso wichtiger, dass Nachbarn noch mehr aufeinander achten. Quillt der Postkasten über? Sieht man die alte Nachbarin gar nicht mehr draußen? Manchmal hilft es, einfach mal zu klingeln und nachzufragen, ob der- oder diejenige Unterstützung benötigt. Auch ein Klönschnack draußen mit Abstand ist immer möglich. Oder man meldet sich als Ehrenamtlicher bei der „Aktion Augen Auf!“. Auch die Initiative „Nebenan.de“ vernetzt Menschen miteinander – und zwar Hilfeanbieter und Hilfesuchende.