Kolumne

Hamsterkäufe schaden bedürftigen Menschen

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Arme müssen bei Knappheit oft teure Lebensmittel und Hygieneartikel kaufen und das nur, weil Menschen irrationale Käufe tätigen.

Daran, dass es eine Knappheit an Toilettenpapier gibt, hatte ich mich im Frühjahr schon fast gewöhnt, aber als ich am Montagnachmittag in einem Discounter zur Gemüse- und Obstabteilung kam, war ich sehr irritiert. Fast alle Obst- und Gemüsekisten waren leer. Als ich eine Angestellte fragte, ob vielleicht keine Lieferung gekommen sei, zuckte sie nur mit den Schultern und sagte: „Heute Morgen haben wir alles eingeräumt, die Regale waren voll. Die Leute kaufen wie verrückt Lebensmittel ein. Das geht schon seit Tagen so.“

Ich frage mich ernsthaft, warum Menschen das machen, welche Ängste dahinterstecken. Fachleute sehen beim Thema Hamsterkäufe einen psychologischen Effekt. Bilder und Berichte über leere Regale wecken bei Kunden demnach die Angst, selbst leer auszugehen – und verstärken damit das Phänomen der Hamsterkäufe. Günstige Ware ist dabei besonders schnell ausverkauft.

Für bedürftige Menschen war das im Lockdown im Frühjahr ein riesiges Pro­blem, denn sie waren dadurch gezwungen, mit ihrem geringen Einkommen teurere Hygieneartikel und Lebensmittel zu kaufen. So etwas sollte sich nicht wiederholen!