Preisverleihung

MUT Academy erhält Hanse Merkur Preis für Kinderschutz

Die MUT Academy  wurde ausgezeichnet (v. l.): Jonas Gliem, Donya Golafshan, Sarah Künne, Anton Kabisch und Freda von der Decken

Die MUT Academy wurde ausgezeichnet (v. l.): Jonas Gliem, Donya Golafshan, Sarah Künne, Anton Kabisch und Freda von der Decken

Foto: HanseMerkur / Susanne Duda

Die Hamburger Initiative wurde neben vier weiteren Vereinen ausgezeichnet. Statt großer Gala gibt es einen Film über die Verleihungen

Normalerweise ist die Verleihung der Hanse Merkur Preise für Kinderschutz ein großes, aufwendig gestaltetes Event. Doch die Corona-Pandemie hat auch hier den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Statt eines Festes gab es fünf Preisverleihungen im kleinen Kreis zwischen Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Ein einstündiger Film darüber mit den Laudationes von Heinz Hilgers, Präsident des Kinderschutzbundes, und Grußworten der Schirmherrin, Familienministerin Franziska Giffey, sowie des Hanse-Merkur-Vorstandsvorsitzenden Eberhard Sautter wurde am 29. Oktober freigeschaltet.

Der mit 20.000 Euro dotierte Hauptpreis ging an den Verein Ambulante Sozialpädagogik Charlottenburg in Berlin, der sich mit einem Patenschaftsprojekt um die Kinder psychisch kranker Eltern kümmert. Zu den Anerkennungspreisträgern mit je 10.000 Euro Preisgeld gehört auch eine Hamburger Initiative: die MUT Academy gGmbH, die seit Jahren vom Verein „Hamburger Abendblatt hilft“ finanziell gefördert wird.

Jugendliche werden auf ihren weiteren Berufsweg vorbereitet

Seit 2015 begleitet die MUT Academy mit rund 80 Ehrenamtlichen Jugendliche aus 16 Hamburger Stadtteilschulen gegen Ende ihrer Schulzeit bei der Vorbereitung auf den Schulabschluss, beim Übergang in eine Ausbildung, an eine weiterführende Schule oder ins Freiwillige Soziale Jahr. Es sind junge Menschen aus strukturschwachen Stadtteilen, die wegen mangelnder Unterstützung im privaten Umfeld, aus Angst vor Veränderungen, fehlendem Selbstbewusstsein oder Perspektivlosigkeit sonst den Weg in ein selbstbestimmtes Leben verpassen würden.

Für sie bietet die Initiative MUT-Camps zur Berufsorientierung und Bewerbungstrainings, MUT-Machertage und MUT-Proben zur Simulation einer Abschlussprüfung an. Der Fokus liegt dabei auf der Persönlichkeitsentwicklung, auf Körpersprache, sicherem Auftreten und Selbstbewusstsein. „Wie schön, dass dieses sensible Thema ,Übergang in den Beruf‘ als wichtig und schutzwürdig gesehen wurde. Dass wir von bekannten Jugendexperten aus der Jury mit diesem anerkannten Sozialpreis ausgezeichnet wurden, gibt uns viel Rückenwind, nicht nur finanziell“, sagten die beiden Geschäftsführer Freda von Decken und Philipp Arlt, die die MUT Academy zusammen mit Donya Golafshan und Natalie Rappert gegründet haben.

Verein aus Schleswig-Holstein ist auch Preisträger

Ausgezeichnet wurde auch der Verein Extremislos e. V. in Stockelsdorf bei Lübeck. Die Initiative wurde von Philip Schlaffer, einem Aussteiger aus der Neonazi-Szene, gegründet. Er geht in Brennpunktschulen, hält Vorträge, gibt Workshops und vermittelt den Jugendlichen, wie wichtig Toleranz, Vielfalt der Menschen und Gewaltlosigkeit sind.

Einen Anerkennungspreis erhielt zudem der Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes in Radebeul bei Dresden. Er unterhält den „Inklusiven Kinder- und Jugendzirkus Sanro“, in dem rund 100 – auch geistig und körperbehinderte Kinder und Jugendliche – von Ehrenamtlichen trainiert werden.

Der mit 5000 Euro dotierte Sonderpreis ging an den CVJM-Pfalz e. V., der für jährlich 2500 junge Menschen Angebote zu nachhaltiger Erlebnis- und Naturpädagogik macht.

Der Film zur Preisverleihung: http://hansemerkur.csr-engagement.de/kinderschutzpreis-2019