Kolumne

Wir wissen noch nicht, welche Traumata die Krise verursacht

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Es ist keine verlorene Generation, die da heranwächst, aber sicher eine, die sehr früh den bitteren Ernst im Leben erlebt.

Gedanken in schweren Zeiten aufzuschreiben befreit, das weiß ich als Journalistin. Aber auch für Kinder und Jugendliche ist es eine gute Möglichkeit, die Corona-Pandemie zu verarbeiten. Deswegen finde ich einen Schreibwettbewerb dazu, wie ihn die Literaturmanagerin Annette Pauw organisiert hat, eine tolle Idee. Denn Kinder und Jugendliche erleben einen Einschnitt in ihrem Leben, der viele ängstigt, gerade auch, wenn ihre Familie unmittelbar durch Krankheit oder Jobverlust betroffen ist. Der Lockdown ist nun schon wieder einige Monate her, aber noch weiß man nicht, welche Traumata er bei den Jüngsten der Gesellschaft hinterlassen hat – vor allem bei denen, die keinen Garten zur Verfügung hatten und in ihren Wohnungen quasi eingesperrt waren.

Meine Jungs sind nun aus der Schule heraus, aber von Freunden bekomme ich mit, wie sehr sich alle fürchten, dass die Schulen und Kitas womöglich erneut schließen müssen. Diese Unsicherheit schlägt sich vermutlich auch im schulischen Alltag und im Lernprozess nieder. Es ist keine verlorene Generation, die da heranwächst, aber sicher eine, die sehr früh den bitteren Ernst im Leben erlebt – leider.