Kolumne

Wenn die Kindheit auf der Strecke bleibt

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Kinder von psychisch kranken Eltern benötigen Hilfe und Aufmerksamkeit. Unterstützung können auch Freunde und Bekannte leisten.

Depressionen und Angststörungen sind schreckliche Erkrankungen. Ich empfinde tiefes Mitgefühl für die Betroffenen. Doch genauso gilt mein Augenmerk den Angehörigen - vor allem den Kindern, die mit dem oder der Erkrankten zusammen leben und oft ihre eigenen Bedürfnisse zurückstecken müssen. Gut ist, wenn zumindest ein Elternteil die Lücke des Anderen mit Liebe füllen kann, doch Kinder Alleinerziehender müssen oft alleine mit der Depression der Mutter oder des Vaters klarkommen. Ihre Kindheit, ihre Wünsche und Träume bleiben dabei auf der Strecke.

Deswegen ist es so wichtig, dass es nun eine zentrale Stelle wie Aufklaren gibt, die Fachkräfte wie Erzieherinnen oder Lehrer für die Probleme von Kindern mit psychisch erkrankten Eltern sensibilisieren möchte. Doch auch Freunde und Bekannte von depressiven Vätern und Müttern können hier einen Beitrag leisten, um die Nöte der Kinder wahrzunehmen. Sie können die Eltern sogar entlasten, indem sie etwas mit den Kleinen unternehmen, ihnen Aufmerksamkeit schenken, sie ermutigen, etwas zu tun, was ihnen Spaß macht und ihnen damit ein Stück Kindheit schenken.