Kolumne

Was du heute kannst besorgen….

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Ich schiebe gerne lästige Aufgaben vor mir her – allerdings nur zu Hause. Aber wofür hat man schließlich Kinder?

Sabine Tesche

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“ – wie habe ich früher diesen Satz meiner Eltern gehasst, wahrscheinlich wie jedes Kind, das lieber spielen gegangen ist, als sich um Hausaufgaben oder gar Hausarbeit zu kümmern. Heute habe ich eine Zweiteilung in meiner Arbeitshaltung. Bei der Arbeit bin ich eine Sofort-Erledigerin.

Ich hasse es, Interviews, Porträts oder Reportagen lange vor mir her zu schieben, vor allem auch deswegen, weil es mir dann immer schwerer fällt, mich an die erlebte Situation oder an die besonderen Eigenschaften meines Interviewpartners zu erinnern. Anträge von Bedürftigen, Anfragen von Spendern oder Projekten dulden natürlich auch keinen Aufschub.

Doch wie anders bin ich dann in meinem privaten Reich. Ich hasse es, Unkraut zu zupfen, es muss schon meterhoch werden, bis ich mich ans Jäten mache – dann aber gründlich. Genauso wenig mag ich den Dachboden aufräumen, Wäsche sortieren oder die Spülmaschine ausräumen. Zum Glück habe ich ja Kinder - denen gebe ich gern eine Aufgabe ab und sage ihnen bei Protest mit erhobenem Zeigefinger: „Was du heute kannst besorgen...“