Kolumne

Ein Segen, dass es Therapien für Autisten gibt

 Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Früher wussten Menschen mit Autismus nicht, wie sie mit ihrer Umwelt in Kontakt kommen können. Heute gibt es wirkungsvolle Unterstützung

Meine beiden Söhne waren mit Jungs befreundet, die das Asperger-Syndrom hatten. Der eine hatte ein unglaubliches Geschichtswissen, der andere fand schon mit 16 Jahren eine Anstellung bei einer IT-Firma. Das Leben mit ihnen war für die Eltern sicher nicht einfach, doch es ist meines Erachtens nicht zu vergleichen mit dem, was ich bei Kindern mit frühkindlichem Autismus gesehen habe. Wenn ein Kind Gegenstände interessanter findet als das Gesicht der Mutter, auf Zuneigung abweisend reagiert und wenig Liebe gibt, ist das zutiefst schmerzend.

Früher wurden viele dieser autistischen Kinder sich selbst überlassen, etliche zeigten autoaggressives Verhalten, verletzten sich also selbst und brüllten viel. Sie waren verzweifelt, weil sie sich nicht äußern konnten und nicht verstanden, was mit ihnen los ist. Welch ein Segen, dass es heute Psychologen wie die am Hamburger Autismus Institut gibt, die eine hoch wirkungsvolle Therapie schon für Kleinkinder entwickelt haben. Ich war fasziniert zu sehen, wie zügig schwer autistische Jungen innerhalb weniger Monate offen mit ihren Eltern und Therapeuten kommunizieren konnten und dadurch viel zufriedener wirkten.