Kolumne

Wenn ein Baby zum stressigen Projekt wird

Sabine Tesche
 Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Viele Eltern hören nicht mehr auf ihre Intuition, sondern auf Rat aus dem Internet. Ein Kurs kann helfen, Unsicherheiten zu überwinden

Als ich von dem Projekt „Sicherer Hafen“ hörte, bei dem es auch darum geht, dass Eltern die Signale ihrer Babys besser verstehen, dachte ich: Wieso braucht man das? Eltern können doch eigentlich von Natur aus die Bedürfnisse ihrer Kinder deuten. Das gelingt allerdings nur, wenn sie auch wirklich ihrer Intuition folgen und nicht mit zu hohen Erwartungen an ihre Elternrolle herangehen.

Doch leider werden heute meiner Meinung nach viele Kinder fast behandelt wie ein Projekt, das es perfekt zu managen gilt und auf das man sich mit vielen Ratgebern vorbereitet. Jedes Kind ist ein Individuum und lässt sich eben nicht mithilfe des Internets erklären. Deswegen ist ein Kurs wie von der BerndSteinKinder Stiftung so hilfreich und vor allem für Eltern wichtig, die zum einen unsicher sind, zum anderen aber durch ihre neue Lebenssituation enormen Stress empfinden. Wer an Schlafmangel leidet, könnte bei einem schreienden Baby zum Beispiel ohne eigene Hilfsstrategien schnell überreagieren.

Zudem sind die ersten Lebensjahre für ein Kind die wichtigsten. Um eine stabile Bindung aufzubauen, braucht man Sicherheit – dabei kann dieser Kurs gut helfen.