Kolumne

Männer hassen es, um Hilfe zu bitten

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Männer bleiben gern unter sich, gerade auch in der Krise. Deswegen ist es wichtig, dass es spezielle Angebote nur für sie gibt

Wer auch immer dafür verantwortlich ist – die Evolution oder Gott: Die meisten Männer, die ich kenne, hassen es, um Hilfe zu bitten. Sei es bei der Wegbeschreibung, beim Aufbau eines technischen Geräts oder – viel tiefer gehend – bei der Bewältigung eines inneren Problems. Männer machen Dinge gern mit sich aus, auch wenn sie offensichtlich leiden. Vielleicht ist es die Angst, schwach zu wirken, oder die Schwierigkeit, tiefe Gefühle in Worte zu fassen.

Vielleicht ist auch einfach die Schwelle zu hoch, sich Frauen anzuschließen, die in vielen Selbsthilfegruppen die Mehrzahl bilden, weil sie kommunikativer und oft vor allem im Alter aktiver sind. Auch im Ehrenamt gibt es in vielen sozialen Bereichen eine so große Anzahl von engagierten Frauen, dass bereitwillige Männer sich oft ganz verloren vorkommen.

Deswegen ist es ganz wichtig, dass immer mehr Institutionen in der Metropolregion erkennen, dass sie spezielle Programme für Männer anbieten müssen, um diese zu erreichen: sei es die Trauergruppe, das Kirchenprojekt mit viel Aktion und Handwerkskunst oder eben auch der Kursus für männliche pflegende Angehörige.