Kolumne

Wenn man fast perfekte Söhne hat

Porträt Sabine Tesche

Porträt Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Das Zusammenleben mit Teenagern ist auch in der Corona-Krise großartig, alle halten sich an die Verabredungen - zumindest an fast alle

Wir leben derzeit in einem Fünf-Personen-Haushalt – der eine Sohn lernt für das Abitur, den Großen haben wir rechtzeitig über Tokio aus Australien zurückholen können und dazu gibt es noch einen Pflegesohn, dessen Mutter erkrankt ist und der uns alle bei Laune hält, weil er eine so wunderbar ausgleichende Art hat. Und während ich noch vor einem Jahr vermutlich über Türknallen und Pubertätsprobleme geschrieben hätte, bin ich erstaunt, wie schnell diese Jungs in dieser Krise gereift sind und verstehen, wie wichtig es ist, dass jeder im Haushalt seine Aufgaben erfüllt. Während mein Mann und ich arbeiten, putzt der eine Teenager die Bäder, der andere kauft für alle, auch Nachbarn, ein und der Älteste kocht leckere Gerichte, wenn er nicht gerade im Supermarkt jobbt und Regale auffüllt.

Wir haben uns sogar verabredet, jeden Tag zusammen Sport zu machen. Ich habe HIIT – ein intensives Intervall-Training – für mich entdeckt, das geht prima vor dem Fernseher. Meine Jungs und ich stehen immer morgens um 9.30 Uhr im Wohnzimmer parat. Also ich bin zumindest da und ich bin mir sicher, morgen wachen die drei auch mal rechtzeitig auf – ganz bestimmt.