Hilfe für Parkinsonkranke

Aktionstag für junge Menschen mit Parkinson

Ein Mangel von Dopamin ist die Ursache der Parkinson-Krankheit. Weltweit leiden darunter vier Millionen Menschen, in Deutschland rund 250.000.

Ein Mangel von Dopamin ist die Ursache der Parkinson-Krankheit. Weltweit leiden darunter vier Millionen Menschen, in Deutschland rund 250.000.

Foto: Freeman / Mauritius

Am 21. März gibt es Austausch und Bewegungsworkshops für Männer und Frauen mit der Diagnose – organisiert von der Selbsthilfegruppe

„Was Gut Tut“ ist das Motto des Aktionstags für „junge und jung gebliebene Menschen mit Parkinson“. Am 21. März will die Selbsthilfegruppe Jung & Parkinson Hamburg (jup) zeigen, dass trotz der Diagnose dieser Krankheit noch viel Bewegung möglich – und vor allem nötig ist. „Bewegung ist das Einzige, was das Fortschreiten der motorischen Einschränkungen verlangsamen kann. Und es ist etwas für die Seele“, sagt Ingrid Hauff-Jacubasch, die seit fünf Jahren Mitglied im Verein Jung & Parkinson ist. Sie selbst macht begeistert Qigong und möchte auf dem Aktionstag unbedingt Lachyoga ausprobieren.

Der Aktionstag bietet im Südring 36 von 10 bis 17 Uhr acht 45-minütige Workshops für bis zu 50 Teilnehmer, unter anderem Tanz, Trommeln, Yoga, therapeutische Gymnastik, Qigong und Outdoor-Sport. Für Redebedarf untereinander gibt es längere Pausen zwischen den Workshops.

Meistens erkranke ältere Menschen an Parkinson

In Hamburg leben etwa 9000 Menschen mit Parkinson, einer fortschreitenden Krankheit des Gehirns, bei der insbesondere Bewegungsstörungen entstehen. In der Regel erkranken ältere Menschen daran, doch zehn bis 15 Prozent bekommen vor ihrem 40. Lebensjahr diese Diagnose. „Alle unter 60 sind zu früh dran“, sagt Hauff-Jacubasch. Die Krankheit trifft jüngere Menschen dann oft „in einem Lebensalter, wo sie gerade Karriere machen, ein Haus gebaut haben. Diese 30- bis 40-Jährigen geraten dann meist in eine existenzielle Krise.“

Zu den körperlichen Einschränkungen kommen psychische Belastungen. Darum ist es umso wichtiger, auch etwas zu erleben, was Spaß macht. Tango zum Beispiel, der Gefühl und Bewegung verbindet – auch dieser Tanz kann bei dem Aktionstag ausprobiert werden. Die Abendblatt-Initiative „Von Mensch zu Mensch“ unterstützt diesen Tag mit einer Spende. „Sehr gerne möchten wir ein Netzwerk schaffen, in dem sich sowohl Therapeuten als auch Betroffene austauschen können“, sagt Hauff-Jacubasch. Der Aktionstag ist auch als Plattform dafür gedacht.

Es gibt eine Selbsthilfegruppe, die gut tut

Gemeinschaft tue ihr selbst „unglaublich gut“. Deshalb ist für sie die 2016 gegründete Selbsthilfegruppe so wichtig. Sie trifft sich jeden dritten Donnerstag von 18 bis 20 Uhr bei Kiss in der Schlossstraße 12 (Eingang Claudiussstr.). Jeder ist dort willkommen, auch Angehörige oder Freunde. Es sind Gesprächsrunden, oft mit bestimmten Themen wie „Ernährung bei Parkinson“ oder „Verkehr und Parkinson“.

Für jeden sei die Veränderung des Lebens nach der Diagnose anders, sagt Ingrid Hauff-Jacubasch. „Nichts ist mehr wie früher, ich war immer ein lebenslustiger Mensch, nun begleiten mich oft Depressionen. Das Schöne ist aber: Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt, die mein Schicksal teilen.“

Informationen unter: www.jup-hamburg.de