Kolumne

Ein Ort, zu dem man ist seelischer Not gehen kann

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Liebeskummer oder Stress im Job? Beim Beratungs- und Seelsorgezentrum St. Petri sind Ehrenamtliche, die zuhören. Ein seltenes Gut inzwischen

„Es ist wichtig für mich zu wissen, dass es in Hamburg einen Ort gibt, zu dem ich immer gehen kann, wenn ich in seelischer Not bin“, sagte mir eine Frau, die einmal beim Beratungs- und Seelsorgezentrum St. Petri (BSZ) ein Gespräch hatte, das ihr sehr geholfen hat. Denn wohin kann man in Hamburg sonst gehen, wenn man Liebeskummer, Stress im Job oder eine depressive Verstimmung hat? Klar gibt es die Telefonseelsorge, doch meistens möchte man lieber jemandem in die Augen schauen, während man sich sein Problem von der Seele redet. Und wir alle kennen das: Mit Fremden redet es sich über Probleme oft viel leichter als mit Freunden, die einen vermeintlich kennen und immer einen guten Tipp haben, den man gar nicht hören möchte. Ratschläge sollte man überhaupt nie unaufgefordert geben, habe ich inzwischen durch diverse Coach-Interviews gelernt.

Die Berater vom BSZ wissen das, sie sind zwar keine ausgebildeten Psychologen, doch sie haben gelernt, aktiv und mitfühlend zuzuhören. Sie nehmen sich vor allem Zeit und haben Lust dazu – das ist leider inzwischen ein ganz seltener Wert geworden. Ein sehr wichtige Institution in Hamburg.