Kolumne

Mit einer Biografie die Lebensgeschichte verarbeiten

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Gern unterstützte ich Projekte, die sich mit den Lebensgeschichten Hochaltriger befassen – sie sind die letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs

Sabine Tesche

Eine Zeit lang habe ich als Ehrenamt die ältesten Geburtstagskinder meiner Kirchengemeinde besucht und ihre Porträts in unserem Gemeindeblatt veröffentlicht. Ich fand es spannend, ihre Lebensgeschichten zu hören, ihre Erlebnisse als Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit in Hamburg. Es leben ja nicht mehr so viele Menschen, die davon erzählen können. Mein Onkel und meine Tante haben ihre Biografie selbst aufgeschrieben und ich habe sie mit großem Interesse gelesen. Ich glaube, es hilft auch dabei, diesen Wahnsinn von Diktatur und Krieg und das Trauma zu verarbeiten, denn die Hochaltrigen hatten damals dazu keine Möglichkeit – sie waren eingespannt, um das zerstörte Land wieder aufzubauen.

Deswegen finde ich Biografie-Projekte wie das des Kirchenkreises West (siehe Artikel) so wichtig, auch wenn es für die Interviewer sehr aufwendig ist. Aber es gibt ja auch Ähnliches in diversen Stadtteilen. Diese Biografie-Werkstätten helfen nicht nur Menschen, ihre eigene Geschichte aufzuschreiben, sondern interviewen auch ältere Bewohner. Solche Projekte unterstütze ich sehr gern – auch indem wir Termine dazu veröffentlichen.