Rezension

Ratgeber für schwere Zeiten

Buchcover für Buchrezension Der kleine Trauerbegleiter

Buchcover für Buchrezension Der kleine Trauerbegleiter

Foto: Patmos Verlag

„Der kleine Trauerbegleiter“gibt Tipps und Antworten nach einem Todesfall

In Zeiten der Trauer wünschen sich viele einen Begleiter an ihrer Seite – am besten wäre einer, der immer präsent ist, auf Fragen eine Antwort weiß und gute Ratschläge gibt. Natalie Katia Greve und Jeanine Reble bieten dies alles in ihrem handlichen Büchlein „Der kleine Trauerbegleiter“. Sie informieren über die psychologischen Hintergründe des Trauerprozesses, geben Tipps und beschreiben Übungen, wie man sich selbst in der Zeit des Trauerns unterstützen kann.

Jeder trauere anders, sagen die Autorinnen, und empfehlen, im Buch einfach weiterzublättern, wenn ein Aspekt unpassend erscheint, vielleicht ist dafür die Zeit dann noch nicht reif. Sie hätten dieses Buch über ihre Erfahrungen als Trauerbegleiterinnen und Coaches geschrieben, weil ihnen aufgefallen sei, „dass die meisten Menschen in der Trauer gar nicht wissen, was mit ihnen passiert“. In kurzen Kapiteln erklärten sie, was Trauer ist, beschreiben körperliche, mentale und emotionale Begleiterscheinungen, Traueraufgaben oder den Abschied von der Trauerrolle.

Das Buch ermutig Gefühle zuzulassen, für die man sich vielleicht schämt

„Wer bin ich ohne dich?“, ist eine der Fragen, mit denen sich Greve und Reble auseinandersetzen, und „Wie lange dauert eigentlich Trauer?“. Die allgemein bekannte Aussage, Zeit heile alle Wunden, sei im Falle von Trauer oft nicht wahr, sagen sie, denn manchmal komme diese später wieder zurück, und zwar genauso stark wie kurz nach dem Todesfall. Das ist insbesondere schwierig, wenn das Umfeld eines Trauernden das Thema schon für abgeschlossen hält.

Das Buch ermutigt dazu, auch Fragen, Gedanken und Gefühle zuzulassen, für die sich manch einer vielleicht schämt. „Was ist, wenn ich erleichtert bin?“, „Ich werfe dir noch so viel vor …“ oder „Du darfst wieder glücklich sein“ sind Themen, die hilfreich kommentiert werden. Am Ende gibt es eine Liste mit Adressen, die zudem noch weiterhelfen könnten.

Die Trauerbegleiterinnen duzen den Leser, sprechen ihn damit direkt, offen und zugewandt an. Sie schaffen so eine vertrauliche Verbindung. Die Seiten sind ansprechend und bildnerisch aufgelockert gestaltet. Das Buch ist ein liebevoll gemachter und aufschlussreicher Begleiter für eine schwere Zeit.

Natalie Katia Greve, Jeanine Reble: „Der kleine Trauerbegleiter“, Patmos Verlag, 126 Seiten, 14 Euro