Kolumne

Wie begeistert man Kinder fürs Museum?

Porträt Sabine Tesche

Porträt Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Früher hasste mein Sohn Kunstausstellungen. Er musste trotzdem mit. Plötzlich besucht er Museen ganz von alleine

Es gibt ein Foto meines jüngeren Sohnes, wie er sichtlich gelangweilt in einer Ausstellung der Hamburger Kunsthalle auf einer Bank sitzt. Da war er 15 Jahre alt und ging nur unter Protest mit uns in Museen. Wir haben beide Jungen dennoch immer mitgeschleppt – in der Hoffnung, dass sie doch irgendwann den Wert so eines Besuches erkennen. Und ähnlich wie bei mir, die auch schon als Kind zur „Art Basel“ mitmusste, hat es tatsächlich gefruchtet.

Mein Sohn war kürzlich bei einer Freundin in Paris und bat am ersten Abend um eine detaillierte Auflistung aller relevanten Kunstmuseen, die er dann tatsächlich alle nacheinander alleine (!) besuchte. Und im Deutschunterricht konnte er daraufhin sogar Parallelen ziehen von impressionistischen Gedichten zur gleichnamigen Kunstepoche.

Deswegen war ich ganz begeistert von dem Projekt „Schüler führen Schüler“ (siehe Artikel), weil Jugendliche sich darin nicht nur intensiv selbst mit Kunst befassen, sondern in ihrer Sprache und auf Augenhöhe jüngeren Schülern Bilder erklären und damit vielleicht auch eine Begeisterung bei denen wecken können, deren Eltern keine Museumsgänger sind.