Hilfe bei Demenz

Wer möchte von einem Mensch-Hund-Team besucht werden?

„Vier Pfoten für Sie“ ist ein Besuchshundedienst für Menschen mit Demenz

„Vier Pfoten für Sie“ ist ein Besuchshundedienst für Menschen mit Demenz

Foto: Andreas Laible

Das Projekt „4 Pfoten für Sie“ bietet regelmäßige Begegnungen zwischen den Tieren und demenzkranken Menschen in deren Zuhause an

Wer krank ist, zieht sich häufig aus dem Alltag zurück, pflegt weniger Kontakte oder unternimmt nur noch selten etwas. Die Diagnose Demenz isoliert Betroffene zusätzlich. Wer dieser Entwicklung entgegenwirken möchte, für den könnte ein Hundebesuchsdienst das Richtige sein. Das Projekt „4 Pfoten für Sie“ bietet regelmäßige Begegnungen zwischen Hunden und kranken Menschen an.

Getragen vom Verein Hamburgische Brücke werden ehrenamtliche Mensch-Hund-Teams dafür geschult. Im Dezember 2019 haben zehn angehende Besuchsteams ihre Ausbildung abgeschlossen und sind motiviert, mit ihrem Vierbeiner zusammen zu helfen. Gesucht werden Menschen, die zu Hause oder in Service-Wohnungen leben und Interesse an regelmäßigen Besuchen mit Hund haben.

Die Tiere regen die Erinnerung an

Neben der Entspannung, welche die Anwesenheit von Hunden oft bringt, hat die gemeinsame Zeit mit den Tieren viele weitere Vorteile. Die direkte Begegnung, Wärme und Zuneigung, die von Hunden ausgehen, und die vielen verschiedenen Sinneseindrücke regen die Erinnerung an. Positive Erfahrungen aus der Vergangenheit werden reaktiviert und es entsteht das Gefühl von Nähe, was sich positiv auf den Selbstwert der Erkrankten auswirkt.

Auch Angehörige profitieren von den Besuchen, wie Bianca Huckfeldt, Koordinatorin des Besuchsdienstes bei der Hamburgischen Brücke, erklärt: „Rund 75 Prozent der Menschen mit Demenz werden zu Hause von Angehörigen betreut. Sie gehen häufig bis an die Grenze ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit. Die Angehörigen können die gewonnene Zeit für eigene Bedürfnisse nutzen.“

Die Hunde werden auf ihre Eignung getestet

Die Ehrenamtlichen werden anhand bestimmter Kriterien ausgewählt und die Hunde auf ihre Eignung getestet. Bei der Zuordnung der Hund-Mensch-Teams achtet Bianca Huckfeldt genau darauf, dass diese zu den Demenzerkrankten und deren Familien passen: Jeder angehende Besuchsdienstleister absolviert einen 45-stündigen Kurs zum Thema Demenz und muss den aus Theorie und Praxis bestehenden BVZ-Hundeführerschein ablegen.

Nicht nur Demenzpatienten können den Besuchsdienst anfragen. „Allein die Anwesenheit eines Hundes kann dazu beitragen, dass Menschen sich entspannen und öffnen. Das ist bei Erkrankungen wie Parkinson oder MS, die das Muskel-Skelett-System betreffen, ebenfalls hilfreich“, sagt Bianca Huckfeldt.

Gesucht werden Besuchsmöglichkeiten im Osten Hamburgs

In der Regel besuchen die Ehrenamtlichen die Erkrankten einmal pro Woche. Gesucht werden Besuchsmöglichkeiten in Billstedt, Wellingsbüttel, Barmbek Nord, Winterhude, Alsterdorf, Groß Borstel, Eimsbüttel und Sternschanze. Weil jedes Jahr neue Ehrenamtliche dazustoßen, gibt es aber auch in allen anderen Stadtteilen Menschen, die Erkrankten Besuche abstatten können. Die rund einstündige Begegnung kostet 20 Euro und kann über die Pflegekasse erstattet werden.

Infos zum Projekt und zur Anmeldung unter Tel. 460 21 58, E-Mail: huckfeldt@hamburgische-bruecke.de, www.hamburgische-bruecke.de